No shopping - ein guter Vorsatz für 2008?

Oek_Konsum | wong it! 30.11.2007

No shopping

Selbstversuche, insbesondere in der Medizin, erregen viel Aufsehen. Jemand hat etwas am eigenen Leib getestet, was so gefährlich sein könnte, dass es anderen Menschen nicht zumutbar ist.
Ähnlich gefährlich scheint ‘Konsumverzicht’ zu sein. Er ist nur im Selbstversuch machbar. Anderen Menschen den Konzumverzicht nur anzutragen, könnte als strafbare Handlung verstanden werden. Garnicht ‘dran zu denken, dies in der Weihnachtszeit zu tun.

Judith Levine hat den Selbstversuch zusammen mit ihrem Mann gewagt und beschreibt dies in No shopping! ein selbstversuch.

Als das Jahr vorbei war, staunte Judith Levine, denn sie hatte nicht nur abgenommen, sondern auch viel Geld gespart. Mehr als umgerechnet 5000 Euro konnte sie an Kreditkartenschulden zurückzahlen. Und ihr Bewusstsein hatte sich verändert. Sie sagt, dass sie inzwischen kritischer einkauft.

Nachahmenswert? Vielleicht nicht unbedingt vor Weihnachten starten, aber eventuell ein guter Vorsatz für 2008?!

Korruption - eine unvermeidliche Krankheit?

Oek_Korruption | wong it! 29.11.2007

Für unser Land war Korruption bis vor einigen Jahren zumindest öffentlich kein akutes Thema. Mit Korruption brachten wir Länder in Südamerika, Südeuropa oder Asien in Zusammenhang. Aber dann wurde auch Deutschland damit konfrontiert und die Bezeichnung BananenRepublik Deutschland machte die Runde. Auch da versuchen wir die Weltspitze zu erreichen.

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Geld regiert halt die Welt, könnte man sagen und schulterzuckend weitergehen; ist halt so, nur schade, dass ich nicht mehr davon profitiere!
Aber da ist bei mir das Gerechtigkeitsgefühl davor und allergisch reagiere ich, wenn Politiker in Korruption verwickelt sind. Diesen Idealismus leiste ich mir!
Transparency International kämpft gegen Bestechung und Beeinflussung; ebenso Worst EU Lobbying Award u.a..

Soweit, so gut (oder schlecht). Wie ist Korruption aber aus soziologischer Sicht zu sehen, zu bewerten? Dazu habe ich Interessantes bei sozlog in dem Beitrag Korruption oder ‚Kapitalismus im Dunkeln’ gelesen.

Nun hat sich im Schatten des Kapitalismus ein Geschäftsfeld globalen Ausmaßes etabliert, welches wir nun derselben Logik folgend zu entdecken, begreifen und zu bekämpfen versuchen, mit der wir auch den Kapitalismus etabliert haben: Korruption. Korruption ist die unaufgeklärte, dunkle Seite des Kapitalismus, in die wir mit bewährten Grundannahmen und den Methoden des Organisierens vorzudringen versuchen, um sie auszumerzen.
(Zitat: sozlog)

Gegenstand des Artikels ist das Buch „Korruption – unaufgeklärter Kapitalismus – multidisziplinäre Perspektiven zu Funktionen und Folgen der Korruption“. Ein sehr interessanter Beitrag, der auch unterhaltsame Beispiele satirischen Umgangs mit Korruption zitiert.

Update 06.12.2007:
Umfrage: Deutsche misstrauen dem Kampf gegen Korruption

Weihnachtszeit - Skandalzeit - trotzdem spenden!

Oek_Helfen | wong it! 28.11.2007

Weihnachtszeit ist ja bekanntlich auch die hohe Zeit der Spenden. Passend dazu wird jetzt über ‘Ungereimtheiten’ bei der UNICEF Deutschland berichtet. Die Kölner Geschäfststelle steht im Brennpunkt, weist die Vorwürfe aber vehement zurück. Die ehrenamtliche Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Heide Simonis, greift die Vorwürfe aber auf und will alles lückenlos aufklären.

Update 29.11.2007:
Machtkampf bei Unicef

Update 02.12.2007:
Nun doch keine Verschwendung?
UNICEF-Vorstand unterstützt Garlichs

Update 09.12.2007:
Nachschauen, welche Spenden ’sicher’ sind: >> DZI

Update 21.12.2007:
Und es wird immer mehr. Wann tritt UNICEF-Geschäftsführer zurück?
Unicef Paradies für Berater

Immer wieder wird von Verschwendung oder Veruntreuung bei NGO’s berichtet, leider. Das sollte aber nicht grundsätzlich vom Spenden abhalten.

Nicht im Mittelpunkt stehen die folgenden Organisationen, leisten aber nichtsdestotrotz wichtige Arbeit bzw. Hilfe.

Esel-Initiative

Die Esel-Initiative e.V. hat sich im Sommer 1995 gegründet, um besonders notleidende alleinerziehende Frauen von der Schwerstarbeit des Wasserschleppens zu entlasten und ihnen eine Starthilfe zu geben. Das Projekt wird seit 1996 in Eritrea durchgeführt und beginnt 2007 parallel im Himalaja. Kooperationspartner sind Sahayog Himalaya-Nepal im Himalaja sowie die Nationale Eritreische Frauenunion (NUEW) in Eritrea.

Netzwerk braucht Kohle

Jedes Jahr bringt die BUKO auf ihrem Kongress Menschen zusammen, die herrschende Diskurse kritisch hinterfragen und neue Frei-Räume erkämpfen. So entstanden und entstehen immer wieder neue Kampagnen und Arbeitsschwerpunkte, Vernetzungen, Diskussionen und Interventionen. Ein besonderes Anliegen der BUKO ist es, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Bewegungen und Spektren zu organisieren. Dies kostet Geld und jede Spende ist willkommen.
Via: was einer so denkt

Verfassungsrichter: Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verfassungswidrig

GvR_Privatsphäre | wong it! 28.11.2007

Der Verfassungsrichter Wolf hält das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung für verfassungswidrig und gibt der Verfassungsbeschwerde gute Chancen auf Erfolg.

“Mit der beliebigen Speicherung der Daten wird das im Grundgesetz verankerte Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung der Bürger massiv verletzt”, kritisiert der Jurist. Die Sammel-Verfassungsbeschwerde hält Wolf deshalb für “sehr aussichtsreich”.

Jetzt kann man sagen: Na also! Aber warum wird so etwas nicht von den Rechtsexperten der Bundesregierung vorher auf Herz und Nieren geprüft? Ist die Regierung von der Beachtung der Verfassung neuerdings befreit?

Kinder sind eigentlich glücklich - soll das nicht mehr so sein?

GvR_Familie, Oek_Menschenwürde, Oek_Nachbarschaft | wong it! 27.11.2007

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Kinder sind glückliche Wesen. Auch wenn sie ab und an weinen, sich untereinander nicht gerade immer freundlich behandeln, aus Sicht der Erwachsenen schon mal ‘Plagegeister’ sein können. Die Zeit der Kindheit, so habe ich es empfunden und erinnere mich auch so, ist eine unbeschwerte Zeit. Sie prägt für das ganze Leben. Und deshalb sollen wir alles dafür tun, dass die Kinder auch heute diese unbeschwerte Kindheit bekommen. Wie eine Studie zeigt, ist dies wohl auch heute noch überwiegend so.

Mehr als 80 Prozent der 1200 Befragten im Alter zwischen sechs und 13 Jahren hatten angegeben, “total glücklich” oder “glücklich” zu sein.

Dies ändert sich dann im Laufe der Zeit und die Bewertung verschiebt sich:

Mit zunehmendem Alter allerdings lasse diese Orientierung an der Familie nach. Auch das generelle Glücksempfinden sei bei älteren Kindern weniger stark. Während 57 Prozent der befragten Sechsjährigen angaben, “total glücklich” zu sein, sank dieser Anteil bei den 13-Jährigen auf 25 Prozent.

Die Orientierung an der Familie lässt nach. Armut wird als bedrückend empfunden, hohe Belastung in der Schule verändert das Lebensgefühl. Es setzt eine Überforderung ein, die das seelische und körperliche Befinden stark beeinträchtigen. Wenn dann in den Familien das Familienleben quasi nicht mehr existiert, kann auch einem an sich glücklichen Kind das Glücksgefühl ausgetrieben werden.
Das seelische und körperliche Elend kulminiert dann in Zuständen, in denen Kinder in verwahrlosten Wohnungen zurückgelassen werden oder wo die Eltern sie misshandeln, verhungern und verdursten lassen! Bei jedem neuen Fall geht es dann von Neuem los: Was ist da falsch gelaufen? Wer hat da was versäumt?

[Excurs: Unverständlich ist für mich die inzwischen übliche Befragung der Nachbarschaft, die immer entweder sprachlos und erschüttert ist, nicht verstehen kann, was sich da ereignet hat. Glaubt einer der Reporter, dass auch nur ein Nachbar sagen würde: 'Ja, ich habe das bemerkt, aber mir war egal, was da passiert.'? Der Informationswert dieser Befragung tendiert gegen Null.]

Der Ruf geht dann in Richtung Jugendämter, staatliche Kontrolle der Familien. Dies hat in gewisser Hinsicht seine Berechtigung als kurzfristiger Lösungsansatz, dokumentiert aber letztlich, dass an eine grundlegende Änderung der Situation dieser Familien nicht ernsthaft gedacht wird. Sie hat man anscheinend aufgegeben. Wenn die Jugendämter nur noch dazu da sind, Kinder aus diesen Zuständen zu befreien, dann ist dies einer Kapitulation gleichzusetzen!

Es wird davon geredet, dass Kinder unsere Zukunft sind, aber die staatlichen Einrichtungen, die sich um die Kinder und Familien kümmern sollen, werden aus Kostengründen personell immer schlechter ausgestattet. In den Schulen herrscht Lehrermangel. Hier muss man ansetzen und nicht erst dann tätig werden, wenn Kinder in Lebensgefahr sind.

Die Jugendämter seien nach wie vor überfordert, und angesichts der wachsenden Erziehungsunfähigkeit von Familien werden die Probleme größer”, ergänzt Hans Meyer, stellvertretender Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter.

Die ‘wachsende Erziehunsunfähigkeit von Familien’ - wenn dem so ist, dann ist dies doch der Ansatzpunkt für eine Verbesserung der Situation. Wie kommt es zu dieser ‘Erziehungsunfähigkeit’? Was ist dagegen zu tun?
Der Mensch ist ein ‘Herdentier’, ein soziales Wesen. Und er kann diesem sozialen Wesen nur in Gemeinschaft gerecht werden. Wir sind nun mal keine ‘Nestflüchter’. Ein Kind braucht Jahre nach der Geburt die Eltern; ohne sie ist es nicht überlebensfähig. Was dies bedeutet, das müssen die Eltern wissen. Da hilft auch keine ‘Supernanny’.
Wenn diesen Eltern das nicht vermittelt wird, dann wird es auch weiterhin zu den Verwahrlosungen, Misshandlungen, Tötung kommen.
Wie ist diesen Eltern ihre Verantwortung vermittelbar? Elternratgeber gibt es en mass, auch Zeitschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die helfen aber nicht wirklich, da sie wohl nicht den Weg in diese Familien finden (ob sie helfen würden, sei mal dahingestellt).

Vor nicht allzulanger Zeit hat der Familienverbund für Kinder mitgesorgt. In anderen Gesellschaften ist dies noch heute so und anscheinend hat sogar die Natur dafür gesorgt, das dies funktioniert.
Auch hier in Deutschland ist dies ja noch gegeben, aber eben im abnehmenden Maße. Die sogenannte ’soziale Kontrolle’, viel kritisiert, hatte auch ihr Gutes.

Weitere Quellen und Informationen:
Die Fragen kommen zu spät
Stadt räumt Systemfehler ein
Höher - schneller - weiter
Schon Zehnjährige fühlen sich überfordert
Schon wieder verhungert ein Kind
Großvater greift Jugendamt an
“Gegen Meldepflicht”

Rechteinhaber sollen Zugriff auf Vorratsdaten bekommen!

GvR_Privatsphäre | wong it! 26.11.2007

Dem Rechtsausschuss des Bundestags geht das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug. Rechteinhaber (Musik, Filme) sollen Zugriff auf die Daten bekommen.
Bisher führt der Weg über die Erstattung einer Strafanzeige und der anschließenden Einsichtnahme in die Ermittlungsakten. Jetzt sollen die Rechteinhaber einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegenüber Internetprovidern bekommen. Begründung:

Der Bundestag argumentiert dabei wie die Rechteinhaber: Es gehe darum, eine große Zahl von potenziellen Rechtsverletzern nicht in unnötiger Weise zu kriminalisieren und die Staatsanwaltschaften zu entlasten.

Es ist die Sorge um den potenziellen Rechtsverletzer! Wer ist damit gemeint - Du, er, sie oder auch ich? Die Gesetzesschrift ist noch nass und schon geht es weiter! Warum werden die Vorratsdaten nicht jeden Tag aktualisiert direkt ins Netz gestellt?

Erst ging es um den Kampf gegen Terroristen, jetzt geht es weiter….!

Via: Golem

Update 29.11.2007:
Vorratsdaten für Rechteinhaber sind “unerträglich”

Gentech: Neues vom ‘Golden Rice’

Oek_Ernährung | wong it! 25.11.2007

Golden Rice: Die genetische Veränderung von Nahrungsmittelpflanzen (Gentech-Pflanzen) wird als Retter der Menschheit propagiert. Ohne Genmanipulation von Nahrungsmittelpflanzen werden wir über kurz oder lang nicht mehr in der Lage sein, die Nahrungsversorgung zu gewährleisten bzw. die Menschen schon heute nicht ausreichend und gesund ernähren können. Dies wird zumindest von den Befürwortern der Gentechnik behauptet. Neben der Klimaveränderung und der Wasser- und Energieverknappung eines der brennendsten Themen zur Zeit weltweit.

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‘Golden Rice’ bekommt seine Farbe(?) von zwei eingefügten Genen der Osterglocke. In Verbindung mit einem weiteren Gen eines Bakteriums wird der so veränderte Reis in die Lage versetzt, Beta-Carotin zu bilden. Ziel ist die bessere Versorgung der Konsumenten mit Vitamin A.
Dies wurde aber bisher kritisch bewertet; die Ergebnisse waren nicht so, dass von der Erreichung dieses Ziels gesprochen werden konnte. Ziel der Züchtung war eigentlich nicht Beta-Carotin; dies ergab sich im Grunde ungewollt, was auch die Gefahren andeutet, die in der Gentechnik enthalten sind.
Die NZZ berichtet jetzt von einer Studie, nach der das Ziel aber jetzt in greifbarer Nähe sein soll. 5 bis 6 Mikrogramm Carotin pro Gramm Reis sollen erzielt worden sein, was für eine Vitamin A-Versorgung ausreichen soll (die Studie selbst ist noch nicht veröffentlicht). An und für sich eine gute Sache - aber muss es, um dieses Ziel zu erreichen, unbedingt einen gentechnischen Eingriff geben? Gibt es nicht auch ohne ‘Golden Rice’ Möglichkeiten einer ausreichenden Vitamin A-Versorgung? Natürlich gibt es sie, denn die Natur hat wunderbarerweise Pflanzen geschaffen, die dies ermöglichen. Und auch durch normale Pflanzenzüchtung könnte der Vitamin A-Gehalt von Pflanzen erhöht werden. Die Gefahren der gentechnischen Veränderung des Reis können so vermieden werden.

Die gentechnische Veränderung der Pflanzen birgt aus meiner Sicht vielfältige Gefahren und ermöglicht Saatgutkonzernen Monopole.

Den Eingriff in uns bisher nur ansatzweise verständliche ‘Programmierungen’ der Natur halte ich für unverantwortlich. Die Wirkmechanismen erahnen wir oft nur und wie das Beispiel des ‘Golden Rice’ zeigt, werden die Forscher vom Ergebnis überrascht.
Beispiele hinken ja bekanntlich immer, aber verdeutlichen Grunsätzliches. Nehmen wir mal folgendes Beispiel: Was würde geschehen, wenn ein Programmierer ein Stück Programmcode in ein komplexes Programm, welches er nicht 100 prozentig versteht, einfügt? Welche Wirkungen können in dem Programm, in das das Stück Code eingefügt wird, entstehen? Das lässt sich ggf. testen, aber Tests zeigen ja leider keine Fehlerfreiheit an, wie man weiss. Wenn dieses Programm aber mit anderen Programmen interagiert (die in ihrer Wirkung nur ansatzweise verstanden sind) - lässt sich dann überhaupt noch eine halbwegs verlässliche Aussage über die ‘Ungefährlichkeit’ des Stückchens Programmcode an dieser Stelle machen? Was ist, wenn das eingefügte Stück Programmcode in den anderen Programmen Änderungen bewirken kann, der Programmierer dies aber nicht abschätzen kann? Soll dieser Programmierer
dann trotzdem das Stück Programmcode einfügen und den Dingen ihren Lauf lassen?

Wenn es, wie oben angeführt, andere Möglichkeiten gibt, die beabsichtigte Wirkung auch ohne gentechnische Manipulation zu erzielen, dann ist eine trotzdem durchgeführte gentechnische Manipulation mit anderen Beweggründen verbunden. Im vorliegenden Fall will die Firma Syngenta an dem Patent für ‘Golden Rice’ verdienen. Ein Monopol schafft da die besten Möglichkeiten. Dagegen muss angekämpft werden, so wie es die diesjährigen Träger des alternativen Nobelpreises, Percy und Louise Schmeiser, gegen Monsanto getan haben.

Wenn es um die Menge des Ertrages von Nahrungsmittelpflanzen geht, benötigt man meiner Ansicht nach - abgesehen von den vorstehenden grundsätzlichen Erwägungen - mindest solange keine gentechnisch veränderten Pflanzen, wie man sich erlaubt, landwirtschaftliche Nutzflächen für den Anbau von Pflanzen zu nutzen, die zur Erzeugung von Biotreibstoff dienen. Dies kostet Fläche und Wasser, die sinnvoller verwendet werden können.

Weitere Quellen und Informationen:
“Gen-Reis”: Wo kommt er her, wo ist er drin, ist er gefährlich?
Pflanzen-Patente - ein Monopol für Konzerne
Transgener Reis
Gentechnisch veränderter Organismus

Update 25.11.2007:
Zum Konzern Syngenta: Vergleich zwischen Bauern und Genmais-Hersteller scheitert

Es wird billiger, aber die Post wird nicht mehr regelmässig zugestellt?

Oek_Menschenwürde, Oek_Service | wong it! 21.11.2007

Wenn es billig sein soll, dann musst Du Abstriche in der Leistung hinnehmen - es ist ja keine Rede von ‘preiswert’ gewesen! Die Post will mit der Billigkonkurrenz mithalten und schon kommt es zu Zustellproblemen - die Sendungen bleiben dann halt liegen, es wird an manchen Tagen garnicht ausgeliefert, wie hier im Bonner Raum.
Wenn ich die Anmerkungen des Zustellers in dem Bericht lese, dann ist mir klar, wohin die Postzustellung geht. Wenn das Monopol erst einmal gefallen ist, dann wird wahrscheinlich knallhart selektiert. Und dies nicht nur bei den Zustellern (was ja zur Zeit schon geschieht), sondern auch bei den Kunden. Dann wird irgendwann ein Brief z.B. nicht einheitlich 55 Euro-Cent Porto kosten, sondern der Preis wird abhängig davon sein, wo der Empfänger wohnt. Auf dem sog. flachen Land wird es dann teuerer. In die Fläche werden die Postkonkurrenten wohl nicht so drängen. Da macht es nicht mehr die Masse. Und wenn sie doch in die Fläche gehen, dann kostet das Porto vielleicht ein Mehrfaches des heutigen. Das kann man aus Wettbewerbsgesichtspunkten gutheissen, auch unter dem Gesichtspunkt, das die Zustellung in der Fläche zeitaufwendiger ist. Wer wird dann vom Wettbewerb profitieren? Der Grosskunde (der es ja heute schon tut) noch mehr als bisher?

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Ich erinnere mich noch an die Zeit, als die Post zweimal(!) am Tag die Sendungen zustellte. Damals gab es keinen Wettbewerb, der Staat subventionierte die Post bzw. innerhalb der Post gab es eine Quersubventionierung. Jetzt gibt es Wettbewerb, es soll noch mehr Wettbewerb geben. Ich vermisse nicht noch mehr Wettbewerb, vor allem dann nicht, wenn er letztlich zu Lasten der Gesellschaft geht.
Die Billiganbieter, deren Verband der ehemalige Leiter der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster (damals auch als ‘Sonnengott’ tituliert und SPD-Mitglied), vorsteht, können die Billigentlohnung nur durchziehen, weil die Mitarbeiter sich den zusätzlichen lebensnotwendigen Finanzbedarf von der Bundesagentur für Arbeit holen (Hartz-IV). Dann bin ich als Arbeitgeber natürlich gegen Mindestlöhne, die bei einem Vollzeitjob ein halbwegs zumutbares Leben ermöglichen.
Haben diese Arbeitnehmer Kinder, sind diese über kurz oder lang ein Teil der zur Zeit ja so medienpräsenten ‘Kinderarmut’. Diese wird dann nicht etwa beseitigt, indem den Eltern ein Mindestlohn gezahlt wird, der aus dieser Armut herausführt - nein, dies wird auch die Gesellschaft richten, indem mehr Kinderzulage gezahlt wird.
Ich bin gespannt, wann es zu einem Ende kommt mit der Privatisierung der Gewinne und einer Sozialisierung der Kosten/Verluste.

Weitere Quellen und Informationen:

De Maiziere: “Merkel trägt Post-Mindestlohn mit”

Gerster: Kein Kompromiss beim Post-Mindestlohn

Neuer Job für den Ex-BA-Chef

“Das Lohnniveau der Post ist völlig überhöht”

Update 24.11.2007:
“Die wollen mich loswerden”
Ein PIN-Mitarbeiter berichtet

Kyoto-Emissionsziel erreicht, aber Treibhausgasausstoss dramatisch erhöht!

GvR_Klima, Oek_Klima | wong it! 20.11.2007

Emissionen by pixelio

Die Debatte und die Wirkmechanismen der Massnahmen zur Reduzierung der CO²-Emissionen, das gebe ich ehrlich zu, verstehe ich nur ansatzweise. Insbesondere zum Handel mit Emissionszertifikaten habe ich eine sehr skeptische Meinung; das ist für mich nahe dem Ablasshandel! Das dies andere, wie z.B. steunenberg, auch sehr kritisch sehen, bestärkt mich in meiner Meinung.

Wenn ich dann heute diese Meldung in der NZZ lese, dann fühle ich mich vera……! Dort lautet es Eingangs des Artikels:

Die 36 Staaten, die das Kyoto-Protokoll unterzeichnet haben, dürften ihr gemeinsames Emissionsziel bis 2012 erreichen. Das zeigen Hochrechnungen des Uno-Klimasekretariats. Zur Zufriedenheit besteht allerdings kein Grund: Der Ausstoss an Treibhausgasen erhöhte sich in vielen Industrienationen zwischen 1990 und 2005 weiterhin dramatisch.

Das klingt für mich sehr nach: Operation ist gelungen, aber der Patient ist tod! Wenn Staaten, die das Kyotoprotokoll unterzeichnet haben, statt vereinbarter 15 Prozent Steigerung 53 Prozent Steigerung der Emissionen verzeichnen, dann ist im Grunde was schief gelaufen, dann stimmt was nicht!

Weitere Quelle und Information:

Ban Ki Moon ruft die Staaten zum Handeln auf

Update 23.11.2007:
CO2-Konzentration so hoch wie nie

Update 25.11.2007:
Übersicht der grössten CO²-Sünder: Carbon Monitoring for Action

Da fast alles vergeigt - dort feiern die Spione

Oek_Menschenwürde, Oek_Politik | wong it! 20.11.2007

Passend by pixelio

Bei den ‘Frankfurter Römerberggesprächen’ hat Egon Bahr die deutsche Innenpolitik im Hinblick auf die deutsche Wiedervereinigung harsch kritisiert. Im Vertrauen darauf, dass die DM alles richten werde, wurde ‘fast alles vergeigt’. Noch heute leiden die innerdeutschen Verhältnisse darunter, dass nach der Wiedervereinigung eine Enteignungswelle einsetzte. Der seinerzeit vorhandene Enthusiasmus wurde so bei sehr vielen Menschen in den neuen Bundesländern in Enttäuschung und Resignation umgewandelt.
Noch heute bemerkt man die Wunden, die damals bei vielen Bürgern der neuen Bundesländer entstanden sind, weil die arrogante Macht des Geldes über Lebensläufe und persönliche Verdienste hinweggefegt ist.
Zwar haben damals Tausende skandiert, dass sie die DM wollen, was aber nicht bedeutete, das alles andere nicht mehr zählen soll. Vordergründig mag es so ausgesehen haben, dass es nur ums Geld ging, aber dem war nicht so. Der Einigungsvertrag, ausgehandelt von Wolfgang Schäuble und Günther Krause, wurde dem nicht gerecht.

Ex-Chefs und Mitarbeiter der Stasi treffen sich derweil im dänischen Odense und rechtfertigen ihre damaligen Aktivitäten. Auch wenn dieses Treffen einen anderen Hintergrund hatte, nutzten die Ehemaligen die Runde zur aggressiven Selbstdarstellung. Die Seilschaften haben gehalten und diesen Leuten geht es heute wahrscheinlich recht gut.

Manchmal macht mich die Demokratie wütend!