In Belgien sind die Verhandlungen zur Regierungsbildung abgebrochen worden. Yves Leterme hat sozusagen das Handtuch geschmissen. Wieder einmal ist der Konflikt zwischen Flamen und Wallonen der Stolperstein. Warum macht das Zusammenleben mehrerer Volksgruppen in Belgien solche Probleme, während es z.B. in der Schweiz anscheinend (abgesehen von kleineren ‘Reibereien’) funktioniert? Warum kommen niederländisch/flämisch sprechende Flamen und französisch/wallonisch sprechende Wallonen nicht zusammen, während in der Schweiz deutsch, italienisch, französisch und rätoromansich sprechende Schweizer seit langer Zeit in der Confoederatio Helvetica zusammen leben (in der Schweiz gibt es zwar einen ‘Sprachenstreit’, aber dabei geht es um den Fremdsprachenunterricht)?
Ausgerechnet in Belgien, dem Land der EU-Verwaltung, gibt es diese massiven Probleme der beiden Volksgruppen untereinander. Beschäftigt man sich mit der Entstehung der Differenzen, so erkennt man, dass auch hier der Auslöser ökonomischen Charakter hatte. Die Sprachenunterschiede, auf die heute oberflächlich alles fokussiert wird, sind plakativ. Genauso wie die Aufteilung nach protestantisch und katholisch in Irland. Diese Klassifizierung wird von Politikern geformt, um von den eigentlichen Gegensätzen abzulenken und besser ihr Süppchen kochen zu können.
Passt Belgien nicht auf, wird sich die z.Zt. gegebene Situation weiter kritisch entwicklen. Eine Aufspaltung in drei Landesteile halte ich zwar für ein Land in Zentraleuropa schlechterdings für unmöglich, aber die deutsche Minderheit in Ostbelgien denkt schon mal an einen Anschluss an Luxemburg oder Deutschland. Ob diese Sezessionspläne ernst gemeint sind, sei mal dahingestellt. Aber die Situation in Belgien ist bedenklich.
Zur gleichen Zeit bemüht sich die EU, die Situation zwischen Serbien und dem Kosovo zu entschärfen.
Weitere Quellen und Informationen:
Verhärtete Fronten zwischen Flamen und Wallonen
Zur belgischen Verfassung
Politische Gliederung Belgiens
…zum Beispiel Belgien
Update 19.12.2007:
Jetzt gibt es wenigstens eine Übergangsregierung, das generelle Problem ist damit aber nicht gelöst.
Krise in Belgien vorerst zu Ende; Fünf Parteien regieren bis Ostern














