Eigentlich ist Syrien ein diktatorischer Unrechtsstaat, der in der Vergangenheit von den europäischen Demokratien zumindest offiziell mit sehr ’spitzen Fingern’ behandelt wurde. Garnicht daran zu denken, mit Institutionen dieses Landes zusammen zu arbeiten. Und schon garnicht als rot-grüne Regierung. Aber so bestimmt sieht man das anscheinend garnicht. Solange die Fassade aufrecht erhalten wird, ist scheinbar alles erlaubt.
Das rot-grüne Kanzleramt soll 2002 mit dem syrischen Geheimdienst gekungelt haben. Altes deutsches Sprichwort: Eine Hand wäscht die andere! Zwei syrische Spione wurden in Deutschland nicht strafrechtlich verfolgt. Dafür bekam das Kanzleramt vom syrischen Militärgeheimdienst Zugang zu den Aussagen des Deutschen Mohammed Haydar Zammar, der schon damals in einem syrischen Foltergefängnis eingekerkert war. Ende 2001 in Marokko festgenommen, wurde er von der CIA nach Syrien gebracht. Er sitzt dort immer noch ein, ohne Urteil.
Ein einmaliger Vorgang, wird offiziell verlautbart. Bis zum Bekanntwerden hätte es sicher geheissen: Völlig unmöglich!
Besteht auch nur ansatzweise ein Verdacht, mit dem (islamistischen) Terrorismus irgend einen Berührungspunkt gehabt zu haben, dann fallen anscheinend sämtliche rechtsstaatliche Grundsätze. Ob Zammar mit terroristischen Aktivitäten in Zusammenhang gebracht werden kann, bleibt offen. Ein Gerichtsverfahren wurde bisher nicht eröffnet. Verteidigen kann er sich somit auch nicht.
Quelle:
Kanzleramt dealte mit syrischem Geheimdienst
Update 16.12.2007:
Zammar ist laut diesem Bericht in Syrien zur Todesstrafe verurteilt worden. Diese wurde dann in eine längere Haftstrafe umgewandelt.
Update 17.12.2007:
Dealen mit Folterern?















1 Kommentar
Na ja, eins scheint sicher. In jedem Staat gibt es Interessen, die über der “rechtschaffenheit” stehen. Und wenn diese Interessen berührt werden, zählt es auch nicht mehr, ob man ein Land offiziell mit Spitzen Fingern behandelt oder nicht. Diktatoren werden dann plötzlich zu verbündeten und mit den offiziellen Gegnern wird hinter den Kulissen angebandelt.
Ich glaube, dass dies in der modernen Welt nichts ungewöhnlichtes ist. Peinlich für die Beteiligten wirds halt dann nur, wenn hin und wieder mal solche Machenschaften ans Tageslicht kommen. Aber ich glaube, wir sollten uns da nichts vormachen. Dies ist sicherlich nicht der erste solche Fall und wird auch nicht der letzte bleiben…