Olympischer Geist trifft auf Todesstrafe

Die Todesstrafe wurde im Dezember 2007 von der UN geächtet. Die Resolution ist nicht bindend, hat aber einen wichtigen Signalcharakter.
Neben vielen asiatischen Staaten stimmten auch die USA gegen die Abschaffung der Todesstrafe.
China stimmte ebenfalls gegen die Abschaffung der Todesstrafe. Dort werden mehr Todesurteile vollstreckt als im Rest der Welt. Das Äusserste, wozu die chinesische Justiz bereit ist, ist die vollständige Umstellung der Vollstreckung auf die Giftinjektion.

Laut Jiang würden bereits die Hälfte der 404 mittleren Volksgerichte die 1997 eingeführte Todesspritze bei Exekutionen anwenden. “Sie wird als humaner angesehen und wird schließlich in allen Mittleren Volksgerichten angewendet werden”, sagte Jiang, ohne einen Zeitpunkt zu nennen. In den anderen Fällen wird bisher per Kopfschuss exekutiert.

In den USA liegt eine Klage beim Obersten Gericht der Vereinigten Staaten vor. Giftspritzen seien grausam - und damit verfassungswidrig, sagen die Kläger. Auch in den USA wurde die Hinrichtung per Giftspritze als ‘humaner’ bezeichnet.

Der Ausrichter der nächsten olympischen Spiele ist Weltspitze bei der Vollstreckung von Todesurteilen. Ist der im folgenden Zitat aufgeführte Sachverhalt zutreffend, ist es umso unverständlicher, wie diesem Land die olympischen Spiele zugesprochen werden konnten.

Menschenrechtsgruppen verweisen darauf, dass Giftinjektionen Chinas Organhandel erleichtern. Für diesen gelten zwar strenge Regeln, doch werden sie wegen Korruption oft gebrochen. Mobile Hinrichtungsfahrzeuge mit Kühlkammern ermöglichen auch kleineren Gerichten Exekutionen und Organentnahmen unter klinisch reinen Bedingungen.

2 Kommentare

  1. geschrieben am 7. Januar 2008 um 22:32 Uhr | Permalink

    Da sieht man mal wieder, dass der olympische Gedanke scheinbar doch nicht so weit geht, wie er gehen sollte.
    Wenn man die Todesstrafe anwendet braucht man nicht meh rüber “humane” oder “inhumane” Hinrichtungsmethoden zu diskutieren. Ohne jetzt für oder gegen die Todesstrafe Stellung beziehen zu wollen muss ich doch eines sagen: Meiner Meinung nach ist das Warten auf die Hinrichtung das schlimmste. Ich frage mich: Kommt die tatsächliche Vollstreckung dann nicht oft einer Erlösung gleich?

  2. geschrieben am 8. Januar 2008 um 13:30 Uhr | Permalink

    Das selbst härteste Strafen Täter nicht abschrecken können, liegt einfach daran, dass diese natürlich davon ausgehen, nicht erwischt zu werden. Würden sie davon ausgehen, würden sie sicher keine Verbrechen begehen. So stellt sich mir die Frage, welche Zwecke die Todesstrafe in einem Staat eigentlich erfüllen soll.

2 Trackbacks

  1. von Olympischer Fackellauf zum Friedhof » [zeitcollector] am 12. Januar 2008 um 13:52 Uhr

    [...] auch: Olympischer Geist trifft auf Todesstrafe 12. Januar 2008     [zeitcollector]     GvR_Demokratie, [...]

  2. von Mixtura N° 8 » [zeitcollector] am 9. März 2008 um 11:18 Uhr

    [...] Noch eine Großmacht, die hinsichtlich Demokratie und Menschenrechten ihren ‘eigenen’ Weg geht. Dies ist seit langem bekannt. Die Olympischen Spiele hat man China trotzdem zugesprochen. Auch die Todesstrafe wird in China weiter vollstreckt. [...]

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