Jawoll Claude Chabrol!

Der französische Filmemacher Claude Chabrol ist einer der ganz Grossen des europäischen Films und viele seiner Filme sollte man gesehen haben. Inzwischen fast 78 Jahre alt, hat er 2007 den Film ‘Die zweigeteilte Frau’ fertiggestellt.

Aber nicht nur tolle Filme dreht er mit 78, sondern es ist auch lesenswert, was er in einem Interview in der fr-online sagt. Lange nicht so intelligente Aussagen zum Film und zur Gesellschaft gelesen. Das ist Balsam für die Seele!

Man imitiert auch einfach Filme, die bereits Erfolg hatten. So erreicht man viele Zuschauer, ohne sie zugleich geistig zu fordern. Ich habe dafür ein Wort: “Succès de paresse” - “Lohn der Faulheit”: Der Zuschauer wird geistig immer fauler.

So ist es! Noch schlimmer ist es, wenn ich an diverse Fernsehsender und deren Programm denke. Die Filme der Nouvelle Vague musste man nicht sämtlich gut finden, aber sie forderten den Zuschauer.

In Europa versucht man momentan immer häufiger, Eigentum zu erwerben. Aber gleichzeitig fordert man extreme Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Das ist absolut widersprüchlich. (lacht) Der Besitz von Privateigentum impliziert schließlich, dass man an einem Ort bleibt. All das ist Ergebnis eines Wirtschaftssystems, das darin besteht, die Menschen äußeren Faktoren zu unterwerfen und ihre Freiheit einzuschränken. Ich denke wirklich, dass unsere Freiheit immer mehr eingeschränkt wird. Wir werden zwar nicht unterdrückt, aber unsere Freiheit wird immer mehr eingeschränkt. Das glaube ich wirklich.

Das glaubt nicht nur Claude Chabrol! Bedenklich ist, dass diesen Verlust von Freiheit (die hier nicht allein als Gegensatz zu ‘Eingesperrtsein’ zu verstehen ist) viele nicht wahrnehmen, nicht wahrnehmen wollen. Und dieser nicht wahrgenommene Verlust von Freiheit deformiert den Menschen.

Zum kompletten Interview: >>>>

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