Well done, Peter Struck!

Vor garnicht allzulanger Zeit gab es Politiker, die ihre Meinung auch geäussert haben, auch wenn dies nicht immer ‘political correct’ war; Herbert Wehner gehörte dazu, auch F.J. Strauß. Die Meinung musste man nicht immer teilen, aber es war klar, was der Politiker meinte.
SPD-Fraktionschef Peter Struck ist auch in diese inzwischen selten gewordene Kategorie einzureihen. Er sagt zur Kampagne des Hessischen Ministerpräsidenten Koch:

der sei froh über die U-Bahn-Attacke von ausländischen Jugendlichen auf einen Rentner, weil diese ihm eine Vorlage für das Wahlkampfthema Ausländerkriminalität geliefert habe.

Diese Einschätzung teile ich; auch glaube ich, dass diese Einschätzung in den Reihen der CDU geteilt wird. Offiziell muss dagegen natürlich protestiert werden.
Koch verlangt eine Entschuldigung und populiert weiter:

Koch wies die Kritik zurück, sein Wahlkampf sei ausländerfeindlich. “Ich empfinde es als meine Aufgabe, für die Opfer krimineller Gewalt zu sprechen und für viele, die sich bedrängt und bedroht fühlen”, sagte er. “Im übrigen sind die türkischen Vertreter meiner Ansicht nach gut beraten, keine türkische nationale Stimmung zu machen, sondern sich als Bürger wie du und ich um die Sicherheit in unserem Land kümmern. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe.”

Wie Roland Koch diese ‘gemeinsame Aufgabe’ löst, zeigt ein Interview mit dem Vorsitzenden des Hessischen Richterbundes.

Zu Roland Koch siehe auch hier:
Roland Koch kocht sein Süppchen auch diesmal
(Mit weiteren Quellen)

4 Kommentare

  1. geschrieben am 12. Januar 2008 um 13:17 Uhr | Permalink

    Ich teile Dine Meinung, dass die Äußerungen, die Koch in letzter Zeit getätigt hat, nicht gutzuheißen sind. Er macht Wahlkampf auf den Schultern ausländischer Mitbürger. Die Straftaten, die in letzter Zeit in U-Bahnen geschehen sind, sind aufs Schärfste zur verurteilen. Dies hat jedoch nichts damit zu tun, dass die Täter Ausländer waren, sonder einfach damit, dass ein Vertrechen geschehen ist. Welcher Nationalität der Täter angehörte, ist zweitrangig.
    Siehe dazu auch meinen Beitrag steigende Kriminalität mit oder ohne Ausländer

  2. geschrieben am 12. Januar 2008 um 14:29 Uhr | Permalink

    Ich bin alles andere als Struck-Fan, aber hier hat er einfach recht.

  3. geschrieben am 19. Januar 2008 um 13:02 Uhr | Permalink

    Ich kann die Meinung leider nicht teilen. Ich wäre nur zu froh wenn Roland Koch bald kein Landesoberhaupt mehr von Hessen wäre, aber wie kann man als Peter Struck so undiplomatisch sein, einen politischen Gegner so anzugreifen und ihm ein Podium bieten. Ich bin mir sicher, dass aus den Reihen der CDU viele Parteifreunde und Wähler ähnlich dachten wie Peter Struck, nur dass Sie eben jetzt nach Strucks Äußerung Koch und der Hessen-CDU die Fahne hochhalten müssen. Wie kann man so blöd sein und es Frau Ypsilanti aus den eigenen Reihen so schwer machen?

    Ich hoffe inständig, dass diese unsägliche Äußerung der hessischen SPD bei der Landtagswahl keinen Strich durch die Rechnung macht.

    Manchmal muss man einfach mal das Hirn vors Maul schalten. Ich sage nicht, dass man nicht seine Meinung sagen soll, gerade in der Politik, doch manchmal sollte man einfach auf das Wie und Wann achten.

  4. [zeitcollector]
    geschrieben am 19. Januar 2008 um 21:48 Uhr | Permalink

    @Georg Helmut
    In der überwiegenden Zahl der Fälle sehe ich es grundsätzlich auch so wie Du. Auch im täglichen Leben balle ich meistens die Faust in der Tasche, aber ab und zu muss mal die Wahrheit raus. Meine Erfahrung geht dahin, dass dies dann von allen Seiten akzeptiert wird und dann besser ankommt, als ‘zurückhaltendes’ Vorgehen. Und hier, im Fall Struck vs CDU, ist meines Erachtens der Zeitpunkt erreicht gewesen.
    Wenn Frau Ypsilanti Probleme bekommt, dann aus meiner Sicht nicht wg. Peter Struck, sondern eher wegen solcher Lobbyistenäusserungen von dem ehemaligen SPD-Minister Clement! Der bekommt jetzt Geld von den RWE und empfiehlt, nicht die SPD in Hessen zu wählen, weil dies seinem Geldgeber aus energiepolitischen Gründen nicht passt - das ist starker Tobak!

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