Auch Beckstein will nicht verstehen

Die CSU ist ja willfährig auf den ausländerfeindlichen Zug Roland Kochs aufgesprungen und hat fleissig propagandiert. Das Prügel-Plakat ist noch in frischer Erinnerung. Primitivste Meinungsmache war das Gebot.
Jetzt hat Koch in Hessen die Rechnung für seine Kampagne bekommen und die CSU in Gestalt von Herrn Beckstein ‘zeigt Rückgrat’.

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) fordert die Union auf, Konsequenzen aus dem Debakel in Hessen und den Verlusten in Niedersachsen zu ziehen: Die Union müsse das Soziale stärker betonen. “Die Union darf der SPD und der Linkspartei das Thema Soziale Gerechtigkeit nicht allein überlassen. Wir müssen das stärker wieder in den Mittelpunkt stellen”, sagte Beckstein der Passauer Neuen Presse. Die soziale Marktwirtschaft sei ein Erfolgsmodell der Union.

So ist es richtig, Herr Beckstein! Wenn man schon keine eigene Meinung hat, soll man dies konsequenterweise immer weiter durchziehen. Niemand hatte die CSU gezwungen, dem ‘brutalstmöglichen Populisten’ zu folgen. Jetzt tut sie so, als wäre nichts gewesen!

Aber es geht noch weiter.

“Dieser Abend zeigt: Deutschland ist nach links gerutscht. Das sind die Geister, die SPD-Chef Kurt Beck rief”, sagte Beckstein.

Also ist es mit der sozialen Gerechtigkeit nicht so weit her. Die haben wir nur Kurt Beck zu vedanken - will Herr Beckstein die nun doch nicht in den Mittelpunkt stellen?

Der humoristische Höhepunkt ist aber die folgende Aussage:

Das schlechte Abschneiden der CDU in Hessen relativierte Beckstein. “Dass es in Hessen, einem Stammland der SPD, deutliche Verluste für die CDU geben wird, war nach den Umfragen zu erwarten.”

Ja was denn nun, Herr Beckstein? Sie haben die 12 Prozent minus erwartet?
Habt Ihr auch Sehnsucht nach Herrn Stoiber? Der hat solche Statements wenigstens sprachlich interessant ‘rüber gebracht.

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