Datenschutz - Erst wenn etwas verloren ist, vermisst man es

Am 28.01.2008 fand der 2. Europäische Datenschutztag statt. Zahlreiche Veranstaltungen standen in der Bundesrepublik Deutschland auf dem Programm; geplant waren Themen wie:

‘Web 2.0 - Datenschutz 2.0′, ‘Stellenwert des Datenschutzes für die Jugendlichen von heute’ (Internet, Datensicherheit, Chat-Rooms, Schufa und Auskunftsdateien oder Bewerbungsverfahren), ‘Wie gehe ich geschickt mit unzulässigen Fragen beim Vorstellungsgespräch um, ohne meine Bewerbungschancen zu verringern’, ‘Durchblick beim Durchblick - Datenschutz im Schulbereich’, ‘Würde des Menschen und personenbezogene Daten’, ‘Wer sammelt Daten und was kann man damit machen?’, ‘Datensammlung durch Internetforen, Fotohandy und Co.’ sowie ‘Technische Möglichkeiten des Schutzes der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation’, ‘Denn sie wissen nicht, was sie tun… - Datenschutz in der Online-Generation’.

An den Themen kann man erkennen, dass die Veranstaltungen überwiegend an Schulen und Universitäten stattfanden. Die Datenschutzbeauftragten beklagen gerade bei Jugendlichen ein fehlendes Bewusstsein für den Schutz der Privatsphäre.

Der Umgang mit Spickmich.de zeigt, dass dies durchaus zutreffend ist. Das dort Lehrkräfte bewertet werden, ist eigentlich zweitrangig. Wesentlich ist, dass dies in aller Öffentlichkeit geschieht. Die Bewertung sei Meinungsfreiheit, entschied nun zum zweiten Mal ein Kölner Gericht. Aber muss diese Bewertung weltweit sichtbar sein?
Wären die Schüler damit einverstanden, wenn man ihre Zeugnisse incl. Bewertungen im Internet veröffentlichen würde? Sicher nicht und ich würde ihnen zustimmen. Das gilt dann aber auch für die Lehrerbewertungen!

Der saloppe Umgang mit Daten in Foren, Chatrooms, Internetgemeinschaften wird solange als unbedenklich angesehen, bis man zum unpassenden Zeitpunkt damit konfrontiert wird. Das folgende Beispiel illustriert auf sehr drastische Weise, wie sich Datensammlungen auswirken können:
Ein französischer Datenschützer führte an: Wenn 1940 bei Einmarsch der Deutschen dieselben Daten vorhanden gewesen wären, über die der Staat heute verfügt, hätte kein einziger Jude in Frankreich überlebt.

Daten repräsentieren in unserer Gesellschaft an manchen Stellen die Persönlichkeit. Und an dieser Persönlichkeit sollte jeder ebenso interessiert sein, wie an der realen. An dieser elektronischen Persönlichkeit etwas zu ändern, ist wahrscheinlich schwieriger, als sich selbst zu ändern. Deshalb soll man mit der elektronischen Persönlichkeit nicht sorglos umgehen!

Quellen und weitere Informationen:
Im Datenschutzanzug
Wo der Radiergummi versagt
Online-Noten weiter legitim
Der Datenschutz usw.
Wieso Daten doch Schutz brauchen

1 Trackback

  1. von Datenbank für Daten britischer Schüler : zeitsturz am 15. Februar 2008 um 22:53 Uhr

    [...] auch: Datenschutz - Erst wenn etwas verloren ist, vermisst man es Tags: [...]

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