Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann ist es bekanntlich zu spät. Das sagt der Volksmund schon seit langem.
Das hält Wissenschaftler aber nicht davon ab, Gefälligkeitsstatements abzulassen.
Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg bezeichnete die Altersarmut als “eines der meistüberschätzten Phänomene der Gegenwart”. Statistisch gesehen sei die “Wahrscheinlichkeit, auf ein armes Kind zu stoßen, etwa fünfmal höher als die, auf einen armen Rentner zu stoßen.” Die heutigen Rentner seien im Durchschnitt die reichsten Rentner, die dieses Land jemals gesehen habe.
“Wir haben kein Altersarmutsproblem, sondern ein Problem mit Kindern, die arm aufwachsen”, bekräftigte auch der Mannheimer Ökonom Axel Börsch-Supan, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats beim Wirtschaftsministerium.
Das trifft sicher so zu, aber soll das die Noch-nicht-Rentner beruhigen? Wenn über Altersarmut gesprochen wird, dann geht es um die zukünftigen Rentner. Das werden die von den Herren Raffelhüschen und Börsch-Supan angesprochenen armen Kinder von heute sein. Den die werden wahrscheinlich von der Kinderarmut zum Hartz IV-Bezieher und gehen dann in die Altersarmut über. Das zu verhindern, bedeutet vorausschauend handeln. Da hilft es nicht weiter, den heutigen Rentnern ‘Reichtum’ zu attestieren. Diese Rentner nehmen den heute armen Kindern nichts weg, falls dies der Hintergedanke ist. Hätten die Eltern der armen Kinder Arbeit, mit deren Entlohnung eine Familie ernährt werden kann, dann gäbe es auch weniger Kinderarmut.
Hätte Norbert Blüm seinerzeit mehr getan, als den Spruch Denn eins ist sicher: die Rente. abzulassen, dann wären wir heute schon weiter. Seine Nachfolger im Amt waren allerdings auch nicht wesentlich besser, leider.














2 Kommentare
Hallo,
Blüm verteidigt seine Position bis heute vehement. Seine Argumente:
1. Der demographische Wandel fällt weit geringer aus als die Politik immer behauptet.
2. Die Politik macht Panik, damit verängstigte Bundesbürger ihre Spargroschen auf die Finanzmärkte schleppen.
3. An der Riester Rente verdient vor allem die Versicherungswirtschaft.
Ja, der ist sehr ausdauernd!
Er hat auch ein Buch zum Thema ‘Gerechtigkeit’ geschrieben , das für mich ein Born ungetrübter Heiterkeit ist.