Macht macht weltfremd

Auch heute sind Machthaber nicht gegen die Gefährdung der Geistestätigkeit infolge zuviel Macht gefeit. Früher gab es durchgeknallte Fürsten, heute sind es Staatspräsidenten.

Der langjährige turkmenische Staatspräsident Saparmurat Nijasow, der sich von seinen Landsleuten Turkmenbaschi - Vater aller Turkmenen - nennen ließ (das ist schon bezeichnend), hatte 2002 Tage und Monate im Kalender umbenannt.
Der Januar wurde nach Turkmenbaschi selbst benannt, der Juli nach seinem Lieblingshelden aus dem “Gorkut-ta”-Mythos. Der September nach dem Namen von Nijasows Buch, der launischen April nach seiner Mutter (vielleicht hatte das sogar seine Berechtigung?). Sein Lieblingspferd Yanardag setzte er gleich noch ins Staatswappen ein. Und das alles im 21. Jahrhundert!

Sein Nachfolger dreht das jetzt zurück, um wohl Platz für seinen eigenen Personenkult zu machen. Auf dem Gebiet gibt es wenig Fortschritt!

Quelle und weitere Informationen
Am ersten Sogapgün im Magtymguly

2 Kommentare

  1. geschrieben am 25. April 2008 um 13:25 Uhr | Permalink

    Ich sage Macht macht auf alle Fälle weltfremd. Bestes Beispiel: der deutsche Bundestag. Was da zur Zeit für ein total schwachsinniger Stuff verbrochen wird, schreit zum Himmel! Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner, Handyortung usw… Und das alles nur, weil ein Innenminister ein mehr oder weniger großes psychisches Problem hat, und hinter jeder Tür 3 Terroristen sieht.

    Wer da noch sagt, Leute mit macht denken normal, der sollte nochmal scharf darüber nachdenken.

    Mark

  2. [zeitcollector]
    geschrieben am 26. April 2008 um 11:30 Uhr | Permalink

    Das trifft sicher zu. Insoweit ist Turkmenien überall!

    (Übrigens: nettes Wortspiel das ‘MarkIsen’)

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