Das die Kirche nicht unbedingt das lebt, was sie predigt, hat sich während der Jahrhunderte häufig gezeigt. Aber auch heute gibt es grosse Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Im Arbeitsleben zeigt die Kirche hier besonderes Engagement bei der sozialen Behandlung ihrer Angestellten.

Möglich macht diese Ungleichbehandlung unter dem Deckmantel christlicher Nächstenliebe ein “Sonderarbeitsrecht zweiter Klasse”: Es gibt keine Tarifbindung, kein Streikrecht und keine Betriebsräte. Das ist verlockend für Arbeitgeber: Da wird über Nacht ein Krankenhaus zu einer kirchlichen Einrichtung mit “Raum der Stille”. Der Betriebsrat muss dafür seine Sachen packen.

Das wäre doch ein Geschäftsmodell für die Wirtschaft - wandeln wir Siemens, Nokia u.a. in Glaubensgemeinschaften um und eliminieren so die Arbeitnehmerrechte!



1 Kommentar zu “Gelebte Nächstenliebe”

  1. Christian | April 26th, 2008 at 12:49

    Leider hört man immer wieder von solchen Dingen. Ich glaube, dass so etwas in kirchlichen Organisationen sehr stark von einzelnen Menschen abhängig ist. Ich würde nicht so weit gehen und der Kirche generell ihre soziale Gesinnung absprechen. Es gibt jedoch auch hier einige Menschen, die es damit nicht so genau nehmen.

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