Im Sommer und Herbst 2002 reichten insgesamt 37 auf Sammelklagen spezialisierte US-Anwaltskanzleien vor Gerichten in New York und Washington Apartheidklagen ein. Für ihre südafrikanischen Klienten forderten sie Schadenersatz in Höhe von total 440 Milliarden US-Dollar. Der Vorwurf der Apartheid-Opfer lautete, dass die verklagten Großbanken und -konzerne aus Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und den USA durch ihre Aktivitäten in Südafrika die Verfechter der staatlich verordneten Rassenpolitik wirtschaftlich am Leben erhalten, davon profitiert und somit gegen internationales Recht verstoßen haben.

Das Oberste US-Gericht hat die Klagen jetzt nicht zurück gewiesen und sie sind somit wieder in Verhandlung.

Unabhängig davon, wie es weiter geht und letztlich endet, sind die Klagen meiner Ansicht nach richtig und wichtig. Den Konzernen war bekannt, mit welchen Regime sie sich damals eingelassen haben. Auch wenn es möglicherweise in den südafrikanischen Zweigbetrieben der jetzt verklagten Unternehmen vergleichsweise human zuging, haben diese von den durch das Apartheidregime geschaffenen Verhältnissen profitiert. Dafür sollen sie auch einstehen.
Der Ausgang dieser Verfahren wird von wesentlicher Bedeutung sein, denn auch in weiteren Ländern profitieren Großkonzerne von politischen und sozialen Verhältnissen, die in den Heimatländern geächtet sind - und das wissen sie. Und dafür ist die Verantwortung zu tragen!

Quellen und weitere Informationen:
Die Schatten der Vergangenheit kehren zurück
Südafrika: Apartheid-Opfer verklagen Top-Konzerne auf Milliarden



Hier bitte kommentieren