Die Telekommunikationskonzerne Ericsson und Telenor lassen, wie alle anderen Konzerne auch, dort produzieren, wo die Kosten am geringsten sind - siehe Beispiel Nokia-von-Bochum-nach Rumänien. Dabei nehmen sie billigend in Kauf, dass in diesen ‘Billigländern’ diverse Dinge im Arbeitsleben nicht nach den Standards geregelt sind, ja nicht geregelt sein können, wie sie diverse Konventionen vorsehen. ‘Billig’ kommt nicht von ungefähr!
Jetzt entschuldigen sich Ericsson und Telenor für unhaltbare Zustände in Zuliefererbetrieben in Bangladesch:
Beide Unternehmen bestätigten Angaben in einem dänischen TV-Dokumentarfilm. Danach wurden in vier Stahlwerken Mobilfunk-Maste für Ericsson und Telenor unter Bedingungen produziert, die den von den Kunden in Schweden und Norwegen selbst festgelegten Standards für Arbeitsschutz und Sicherheit massiv zuwiderliefen.
Nach dem Bericht des dänischen Dokumentarfilmers Tom Heinemann arbeiteten in den Werken unter anderem Kinder elf Stunden täglich für einen Dollar Lohn. Arbeiter montierten die bis zu 75 Meter hohen Masten ohne jede Sicherheitsvorkehrungen. Sowohl Ericsson wie Telenor erklärten laut dpa, davon nichts gewusst zu haben.
Wollen Ericsson und Telenor das überhaupt wissen? Solange der Preis und die Qualität stimmen - wohl nicht. Wenn sie es gewollt hätten, hätten sie es wissen können, ja sie werden es gewusst haben.
Beide Unternehmen haben die UN-Regeln über Mindeststandards an allen Arbeitsplätzen unterzeichnet. Diese verbieten unter anderem Kinderarbeit. Aber mit der Unterzeichnung ist es nicht getan. Und eine Entschuldigung ist leicht ausgesprochen, hilft aber nicht weiter. Laufende Kontrollen und sofortige Abstellung von Mißständen wären das probate Mittel, sofern die Konzerne ihre Bekenntnisse zu Mindeststandards ernst nehmen. Aber es geht ja nur um ‘billig’ und Shareholder value.
Via heise.online
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Ich finde dass echt schlimm sowas zu lesen. Wie Menschenunwürdig man miteinander umgeht. Das geht gar nicht.