Nachhaltigskeitsstrategie 2008 der Bundesregierung - Aufruf zur Beteiligung

In einem der Presseerzeugnisse, die im Laufe der vergangenen Tage in meine Hände gerieten, lag ein Flyer der Bundesregierung.
Titel: Verantwortung für die Zukunt übernehmen
Untertitel: Nachhaltigkeitsstrategie 2008.

Den Titel finde ich missglückt - Verantwortung für die Zukunft haben wir, die müssen wir nicht übernehmen. Aber das nur am Rande.

Den Begriff “Nachhaltigkeit” definiert man in diesem Flyer wie folgt:

Wer einen Wald hegt, muss darauf achten, nicht mehr Holz zu schlagen als nachwächst. Nachaltigkeit bedeutet also, vom Ertrag zu leben, ohne die Substanz anzutasten.

Auf den gesellschaftlichen und politischen Bereich übertragen, sieht unsere Bundeskanzlerin dies wie folgt:

“Eine verantwortungsvolle Gestaltung der Zukunft, die Wahrnehmung von Verantwortung für unsere Kinder und Enkel und für unsere Mitmenschen auf anderen Kotinenten, das ist es, was Nachhaltigkeit ausmacht.”
(Zitat aus dem Flyer)

Der Flyer verweist auf eine Strategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2002 (”Perspektiven für Deutschland”). Im Herbst diesen Jahres will die Bundesregierung darüber berichten, wie sie diese Strategie konkret weiter entwickeln will. Drei Schwerpunkte werden gesetzt:
1. Klima und Energieffizienz
2. Nachhaltige Rohstoffwirtschaft
3. Demografischer Wandel

Die dazu gemachten Ausführungen in dem Flyer sind nichtssagend. Wenn so die Strategie aussieht - dann sollte man es lassen.

Wie es sich für einen Werbeflyer gehört, gibt es auch eine Selbstbelobigung. Unter dem Titel “Wir haben schon viel erreicht” lese ich folgendes:

“So konnten wir das Haushaltsdefizit reduzieren. 2006 haben wir zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder das europäische Defizit-Kriterium von Maastricht erfüllt.”

Schaut man sich die Schuldenuhr an, relativiert sich diese Aussage sehr schnell.
Auch die jüngste Steuerdiskussion - ausgelöst durch die Regierungsparteien CSU/CDU - dokumentiert keinen besonderen Nachhaltigkeitswillen.

Den Entwurf des Berichts zum Fortschritt der Nachhaltigkeitstrategie kann man hier einsehen (pdf-Datei).
Die Bundesregierung fordert uns auf, Anregungen und Vorschläge einzusenden. Anregungen und Vorschläge, die eine stärkere Verankerung von Nachhaltigkeit ermöglichen.
Die Einsendung kann per e-mail (redaktion@dialog-nachhaltigkeit.de) oder per Post (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung/Referat 313, 11044 Berlin) erfolgen.

Teilnehmen - oder hat das keinen Sinn? Ich habe mir den Bericht ‘runter geladen und werde ihn mir mal näher anschauen. Anregungen werde ich sicher haben.

Weitere Informationen
www.dialog-nachhaltigkeit.de
www.nachhaltigkeitsrat.de

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