Bundesumweltminister Gabriel beschwörte vor Beginn der Konferenz den erfolgreichen Verlauf der UN-Artenschutzkonferenz in Bonn. Er konstatiert, dass die Welt vor einem Scheideweg steht.
Heute veröffentlicht der General-Anzeiger aus Bonn auf Seite 3 ein Interview mit Achim Steiner, Chef des UN-Umweltprogramms, unter dem Titel “Fortschritt ist manchmal zäh”.
Ein kurzer Auszug:
GA: Wo sind die Fortschritte?
Steiner: Wir haben beim gerechten Vorteilsausgleich, also der Frage der Biopiraterie, einen Durchbruch erlebt. Seit 15 Jahren sind wir bei dem Thema nicht weiter gekommen, hier ist jetzt ein Signal gesetzt worden, dass ein neues Regelwerk verhandelt werden soll, ein rechtlich verbindliches Regime.
GA: Was setzen Sie noch auf die Erfolgsbilanz?
Steiner: Wir haben neue Kriterien für die Ausweisung von Meeresschutzgebieten. Das ist enorm wichtig, denn nur 0,5 Prozent der Weltmeere befinden sich derzeit in irgendeiner Form von Schutzgebiets-Management. Die Fischerei in unseren Weltmeeren bricht zusammen. Hier müssen also dringend Maßnahmen ergriffen werden.
Soweit das Zitat. Es wurde ein Signal für ein neues Regelwerk gesetzt, aber kein Regelwerk beschlossen. Es wurden Kriterien für die Ausweisung von Meereschutzgebieten gefunden, aber keine weiteren Schutzgebiete ausgewiesen oder ein Beschluß dazu gefasst. Das war’s an Erfolgen! Im Klartext - erreicht wurde eigentlich nichts!
Der von Minister Gabriel angeführte Scheideweg mündete augenscheinlich im Kreisverkehr. Da drehen die Teilnehmer der Konferenz jetzt zwei Jahre ihre Runden. Dann geht es nach Japan, zur nächsten Konferenz, zum nächsten Scheideweg.














2 Kommentare
Kommt jetzt nach dem “gefühlten” Klimaschutz auch noch der “gefühlte” Artenschutz?
Nebenbei: Klasse Schlagzeile!
So sieht es aus - ausser Spesen nichts gewesen.
Danke!