Jetzt ist Obama Präsidentschaftskandidat der Demokraten und es geht nicht mehr gegen Hillary Clinton, sondern er muss sich gegenüber McCain profilieren. Da werden Pakete geschnürt, die auch Unausgegorenes enthalten.
Zusätzliche Staatsausgaben hält Obama unter anderem zur Förderung neuer Techniken zur Energiegewinnung für notwendig. Sein Plan sieht jährliche Ausgaben von 15 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren für diesen Zweck vor. Zur Finanzierung soll ein Handel mit Zertifikaten zur Emission klimaschädlicher Treibhausgase dienen. Die jährliche Versteigerung dieser Zertifikate könnte nach Obamas Angaben jeweils rund 100 Milliarden Dollar einbringen. Ein Großteil des Geldes soll an die Haushalte fließen als Hilfe für die hohen Stromrechnungen.
Auf den ersten Blick ein guter Gedanke. Aber wenn ich den Stromerzeugern Geld abnehme für CO²-Emissionen, diese die Abgaben dann auf die Strompreise aufschlagen, dann holen sich die Stromerzeuger das Geld über die Stromrechnung vom subventionierten Kunden zurück. Oder liege ich da falsch?














3 Kommentare
Es kommt darauf an. Wenn es Wettbewerb auf dem Strommarkt gibt, dann hat der Hersteller mit geringem CO2-Ausstoß einen Vorteil, weil er weniger Zertifikate kaufen muss. Insofern entsteht ein Anreiz, die Emission zu vermeiden - und zwar genau da, wo die Reduzierung am wenigsten Geld kostet. Im Grunde ist der Zertifikatehandel eine gute Lösung. Wenn es allerdings keinen Wettbewerb gibt, trifft das von Dir skizzierte Szenario zu, dann werden die Zertifikatekosten einfach auf den Preis aufgeschlagen.
OK - folgender Gedanke noch:
Hypothetische Situation vor dem Zertifikatskauf - 3 Anbieter mit unterschiedlichen Preisen - Anbieter 1 ist der billigste, 2 liegt in der Mitte und 3 ist der teuerste. Anbieter 1 emissiert mehr CO² als 2 und 3, ist aber trotzdem nach Zertifikatskauf weiterhin billiger. Die Verbraucher würden zu 1 wechseln, obwohl dies hinsichtlich Umweltbelastung falsch wäre, oder?
Ja, den Gedankengang kann ich nachvollziehen. Allerdings würden die Kunden auch ohne die Zertifikate zum billigsten Anbieter 1 wechseln, insofern hätte sich die Lage nicht verschlechtert. Und vielleicht hat sich der Preisunterschied ja durch die Zertifikatekosten soweit verringert, dass der eine oder andere doch zu einem anderen Anbieter wechselt, z.B. um nicht für so hohe Emissionen verantwortlich zu sein.