Ist Inflation gleich Inflation?

Wenn das Preisniveau stetig steigt, kann man von Inflation sprechen. Es findet eine Geldentwertung statt. Allerdings muss eine überschiessende Geldmenge vorhanden sein. Dies mal ganz vereinfachend zu Inflation.
Beispiel: Wenn die Leute mehr kaufen wollen, als am Markt vorhanden ist, können die Verkäufer die Preise anheben, bis sie an die Schmerzgrenze der Käufer stossen, oder sie können mehr Ware anbieten, falls dass möglich ist. Werden die Preise angehoben, findet bei freier Geldmenge die o.a. Geldentwertung statt, was die Zentralbanken mit einer Anhebung des Leistzinses drosseln wollen.

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins vor einigen Tagen angehoben. Wenn der Preisanstieg, und somit die Inflation, wie jetzt massgeblich durch steigende Energiepreise verursacht ist, dann hat eine Leitzinserhöhung doch garnicht die beabsichtigte Wirkung, oder? Den Energieproduzenten wird die Leitzinserhöhung egal sein. Der Verbraucher kann den Energieverbrauch drosseln, aber auch nur in begrenztem Maße. Die Preise für Öl und Benzin wird dies nicht sonderlich beeinflussen und wenn die Menge der vorhandenen Energierohstoffe endlich ist, wird eine Leitzinserhöhung an der absehbaren weiteren Preissteigerung wegen Verknappung nichts ändern.

Leitzinserhöhungen sind nicht das probate Mittel, um steigende Energiepreise zu bekämpfen. Genauso wenig, wie Subventionierungen der Energiepreise. Einsparungen und alternative Energien können da nur helfen.

3 Kommentare

  1. geschrieben am 8. Juli 2008 um 14:29 Uhr | Permalink

    “Leitzinserhöhungen sind nicht das probate Mittel, um steigende Energiepreise zu bekämpfen.”
    Das ist natürlich richtig, die Frage ist, ob die steigenden Energiepreise die einzige Ursache der derzeitig beobachteten Inflation sind. Durch eine bloße Preissteigerung wird ja nicht die Geldmenge erhöht, was für mich für eine Inflation spräche.

    “Genauso wenig, wie Subventionierungen der Energiepreise. Einsparungen und alternative Energien können da nur helfen.”
    Das ist allerdings absolut richtig. Aber anstatt endlich zu akzeptieren, dass Energie teurer werden muss, weil die fossilen Energieträger einer natürlichen Verknappung unterliegen, versucht die Politik weiterhin den Menschen vorzugaukeln, es läge an den bösen Spekulanten. Schade eigentlich, umso härter wird die Landung, wenn die letzte Ölquelle versiegt sein wird.

  2. [zeitcollector]
    geschrieben am 8. Juli 2008 um 19:02 Uhr | Permalink

    @Mirko
    Die steigenden Energiepreise werden aber als Preistreiber zur Begründung der Leitzinserhöhung herangezogen. Die Geldmnege erhöht sich durch Preissteigerungen nicht, sondern eine freie Geldmenge fördert den Preisauftrieb.
    Bei den Preisen für die Energierohstoffe zieht aber meiner Meinung der Ansatz der zitierten Inflationslehre nicht.
    Die Landung wird meines Erachtens auf jeden Fall hart werden und da müssen wir nicht mal warten, bis die letzte Ölquelle versiegt. Lass den Benzinpreis um einiges weiter steigen - dann wird sich vieles drastisch ändern. Unsere Wirtschaft lebt in relativ grossem Umfang vom Auto, so dass wir insoweit auch besonders anfällig sind.

  3. geschrieben am 13. Juli 2008 um 08:18 Uhr | Permalink

    Die Tatsache, dass gerade Öl in einer enormen Menge Produkte als Rohstoff oder während der Herstellung als Energielieferant tatsächlich benötigt wird, ist ein Problem. Um die Autos mach ich mir noch die wenigsten Sorgen - da liegen alternative Konzepte vor.
    Für Inflationen ist das wohl ähnlich gelagert wie an der Börse - wenns passiert ist, werden Begründungen definiert. Ich denke, das Problem existiert schon längere Zeit und die Konzepte gegen einen weiteren Währungsverfall fehlen. Momentan hilft sich die Politik mit geschickter Statistik.
    Vielleicht ist es aber auch ein normaler Prozess europäischer Angleichung von Löhnen und Preisen. Dass das Verhältnis Lohn:Preis bei uns im Europavergleich kein schlechtes war - und immernoch ist - ist kein Geheimnis.

1 Trackback

  1. [...] man von einer Verzinsung des Sparbuchguthabens von 1% aus, machen die meisten bei einer aktuellen Inflationsrate von 3,3% Verlust. Anleger, die zugunsten der Rendite etwas mehr Risiko in Kauf genommen haben, [...]

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