In unserer Kreisstadt (Siegburg) gibt es eine Konditorei, die leckere Sachen macht. Sie hat einen Namen im Rhein-Sieg-Kreis, versendet auch ihre Produkte. 120 Menschen sind dort beschäftigt - oder waren, muss es wohl leider lauten. Die Konditorei Fassbender hat Insolvenz angemeldet.
Nichts ungewöhnliches, aber die Begründung hat mich ans Grübeln gebracht.
Wie zu hören war, hapert es nicht in erster Linie an den Umsätzen, dafür seien die Kosten in jüngster Zeit explodiert. Insbesondere die Rohstoff- und Energiepreise seien um bis zu 50 Prozent gestiegen.
Hm, die Erklärung scheint erst mal schlüssig, sind ja nicht die Einzigen, die darüber klagen. Aber dieses Problem haben doch sämtliche Konditoreien, oder? Dann müssten doch sämtliche Konditoreien insolvent werden.
Müssen jetzt die Rohstoff- und Energiepreise für alles herhalten?












3 Kommentare
Grundsätzlich denke ich dass die Rohstoffkosten für eine Konditorei neben den Personalkosten den größten Posten bei den Gesamtkosten ausmachen (Weizen für die Brötchen, Strom für den Backofen usw.). OK, richtig, diese Kostenpositionen haben alle Konditoreien. Wenn nun aber die Konditorei sowieso schon nur eine sehr geringe Marge hat und dann noch die Rohstoff- und Energiekosten steigen (und die sind in den letzten Monaten wirklich extrem gestiegen), dann bleibt ganz schnell am Ende nur noch ein Minus übrig. Und wenn dann nicht sonst noch irgendwelche kurzfristig liquidierbaren Werte vorhanden sind, dann ist die Firma insolvent.
Insofern kann ich mir gut vorstellen, dass bei der Konditorei tatsächlich die Rohstoffpreise an der Insolvenz schuld sind.
Aber: Hier muss natürlich auch schon vorher einiges im Argen gelegen haben. Die Rohstoff- und Energiepreise waren dann das, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
Meiner Meinung nach kann man Rohstoff- und Energiekosten wirklich nicht für alles verantwortlich machen. Meiner persönlichen Erfahrung nach arbeiten Bäckereien mit durchaus nicht unerheblichen Margen. Zumindest habe ich das immer von meinem Onkel erfahren, der früher eine Bäckerei betrieben hat.
Außerdem muss man festhalten, dass diese Kosten nicht von heute auf morgen sprunghaft angestiegen sind. Auch wenn die Entwicklung überdurchschnittlich war, so hat sich dieser Trend doch über einen längeren Zeitrum hinweg erstreckt. D.h. es wäre durchaus genügend Zeit gewesen, Gegenmaßnahmen einzuleiten.
@AKI und Christian
Genau so sehe ich das auch. Allein die gestiegenen Preise sind es sicher nicht gewesen. Als Argument sind sie sehr hilfreich, weil es etwas externes ist und somit nicht vom Management zu vertreten. Da wird dann nicht über Managementfehler diskutiert.