Das Arbeit und Dienstleistungen in Länder verlagert werden, in denen die Lohnkosten günstiger sind als hier in Westeuropa, ist ja mittlerweile normal. Es geht aber weiter. Medizinische Tests an Menschen sind z.B. in Indien auch billiger durchzuführen, als hier in Westeuropa. Und dazu gehören auch Tests an Kindern, an Kindern armer und ungebildeter Eltern. 49 Kinder sollen in Folge der Tests gestorben sein.
Die Krankenhausleitung widersprach der Darstellung, dass die Eltern über die klinischen Tests nicht informiert waren. Analphabeten etwa habe man das Dokument vorgelesen, bevor es ihnen zur Unterzeichnung vorgelegt wurde. Zynismus pur.
Indien ist bei westlichen Pharmakonzernen besonders beliebt für klinische Tests - der letzten und teuersten Phase, bevor ein Medikament marktfähig ist. In Indien sollen die Kosten für solche Tests bis zu 60 Prozent billiger sein als in Europa. Zurzeit laufen der Regierung in Delhi zufolge 139 Tests in Indien, so viele wie sonst nirgends auf der Welt. Mittlerweile stellt Indien selbst einen interessanten Markt für westliche Arzneimittelhersteller dar. Auch deshalb haben alle großen Pharmakonzerne heute Niederlassungen in Bangalore, Bombay oder Neu-Delhi.
Scheinbar gibt es keine Hemmungen. Niedrigere Kosten legitimieren alles.














2 Kommentare
Die Feststellung klingt traurig. Aber auch hier geht es im ersten Moment wohl um die Marktwirtschaft und deren Gesetze. Und diese sagen aus, dass man eine Leistung immer zum billigst möglichen Preis einkaufen muss.
In diesen Fall klingt das zwar extrem, aber darum geht es hier meiner Meinung nach einzig und allein.
Ist das wirklich so? Wenn man die Not und das Unwissen von Menschen ausnutzt - wird dies wirklich durch ‘Marktwirtschaft’ legitimiert? Gibt es keine Grenzen?