Die Roten können nicht mit Geld umgehen

- mit diesem Slogan hat die CDU/CSU in der Vergangenheit immer mal wieder versucht, ihre Kompetenz in Wirtschaftsfragen hervorzuheben. Diese Argumentation hat die CSU jetzt in den Müllcontainer der Geschichte ‘entsorgt’.
Erwin Huber (noch CSU-Vorsitzender, noch Finanzminister und noch Verwaltungsratchef der Bayerischen Landesbank), hat den finanzpolitischen Offenbarungseid geleistet. Die Bayerische Landesbank benötigt 6,4 Milliarden EUR; ob möglicherweise der Bedarf noch größer ist, bleibt abzuwarten.

….sagte der Altöttinger Landrat und Sparkassenfunktionär Erwin Schneider laut Teilnehmern, bisher schaue man bei der BayernLB in einen Abgrund. “Vielleicht schauen wir noch in die Hölle.”

Interessant ist, das diese katastrophalen Zahlen erst jetzt bekannt werden, obwohl sie den Beteiligten schon viel früher vorlagen.

Naser räumte ein, schon in den vergangenen Wochen sei “jedem Verwaltungsrat” der BayernLB bekannt gewesen, dass die Bank großen Kapitalbedarf habe. Dem Verwaltungsrat gehören Finanzminister Huber und weitere Vertreter der alten CSU-Regierung an, darunter Innenminister Joachim Herrmann.

Kurz nachgedacht - wo finde ich den Grund dafür, dass erst jetzt das Disaster offiziell wird?

Huber ist Chef, Naser Vizechef des Verwaltungsrats. Naser sagte weiter, er habe die Sparkassen vor der Landtagswahl am 28. September nicht mehr ausdrücklich über die Lage der Bank informiert, weil das sonst öffentlich bekannt geworden wäre. “Dann hätte die CSU behauptet, ich sei schuld an einem schlechten Wahlergebnis.”

Noch Fragen?

Es war der Staat, der diese Bank vor die Wand fuhr, schreibt Wolff von Rechenberg. Es war der Bayerische Staat. Jetzt zahlt die Bundesregierung einen Großteil des Rettungsbetrages. Was wäre, wenn heute die Wahl in Bayern stattfinden würde?

Quelle und weitere Informationen
Milliardendefizit größer als angenommen
Landesbank braucht 6,4 Milliarden Euro

3 Kommentare

  1. geschrieben am 22. Oktober 2008 um 10:22 Uhr | Permalink

    Auf einer der Webseiten der BayernLB ist der Satz zu lesen: “Die oberste Regel beim Value-Investing hat Warren Buffet in einem prägnanten Satz formuliert: “Don’t lose money!” Offensichtlich hat sich die Bank selbst nicht daran gehalten. Jetzt benötigt sie 6,4 Mrd. Euro. Wo sie ihr Geld versenkt hat bleibt geheim. Dabei hätte die Öffentlichkeit ein Recht darauf, wo sie es versenkt hat. Meine Spekulation dazu hier:
    http://www.blicklog.com/2008/10/22/kapitalbedarf-der-bayernlb-bei-64-mrd-euro-aber-wo-hat-die-bank-ihr-geld-versenkt/

  2. geschrieben am 22. Oktober 2008 um 22:31 Uhr | Permalink

    Die BayernLB benötigt 6,4 Mrd. Euro, von denen wir wissen. Die Banker gestehen ja die neuen Löcher selbst gegenüber der bayerischen Landesregierung erst ein, wenn die ganze Bank hineinzurutschen droht. Dann holen sie sich von Huber & Co. oder in diesem Fall von Steinbrück ein paar Milliarden ab und mauscheln weiter vor sich hin. Heute hat sich herausgestellt, dass die auch in Island investiert haben. Ich wette, wenn die nächste Bank, der nächste Staat Bruch baut, dann hat die BayernLB auch dort wieder ein paar Milliarden versenkt.

  3. [zeitcollector]
    geschrieben am 23. Oktober 2008 um 07:11 Uhr | Permalink

    @decoien
    Mal sehen, wie das weiter geht. Das Ende haben wir hier noch nicht gesehen.

    @Wolff
    Erwin Huber hat jetzt die Konsequenzen gezogen. Gescheitert auf der ganzen Linie. Ich glaube, Edmund Stoiber kommt aus dem Lachen nicht ‘raus.
    Heute kommt die WestLB hinzu. Es ist grandios, was da so alles zu Tage kommt.

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