Keine UNO-Blauhelme in Deutschland

Wir leben im 21. Jahrhundert, fliegen in den weiten Weltenraum herum, bauen Teilschenbeschleuniger gigantischen Ausmaßes, stehen kurz davor. die Weltformel zu erkennen. Wer würde bestreiten, dass wir in einer fortschrittlichen Welt leben, einer Welt, die den rationalen Menschen propagiert, den homo oeconomicus (dem gerade die Finanzkrise eine überbrät und ihm zeigt, was von seinem ‘oeconomicus’ zu halten ist).
Nur einige kleine Flecken auf dieser Welt, abseits vom Weltgeschehen, bleiben unbeeindruckt davon und pflegen die jahrtausende alten Rituale. Wenn dort die Häuptlings- und Unterhäuptlingsposten besetzt werden, dann geht nichts ohne die Clans und Stämme. Nicht nach Qualifikation und Können werden diese Posten vergeben, sondern nach Stammeszugehörigkeit. Afghanistan, Somalia und Bayern fallen mir in diesem Zusammenhang ein.
Bayern hat sich ein neues Stammesparlament gewählt und die Häuptlings- und Unterhäuptlingsposten auf die Stämme aufgeteilt. Oberbayern, Niederbayern, Unterfranken, Mittelfranken, Oberfranken, Oberpfalz, Schwaben - jeder will berücksichtigt werden und bekommt natürlich auch sein Pöstchen. Andernfalls wäre es auch kritisch geworden, Stammeskriege hätten vielleicht gedroht und in Bayern wären die UNO-Blauhelme eingerückt.
Wie sagen wir hier im Rheinland: Et hät noch ma jot jejange!

2 Kommentare

  1. geschrieben am 2. November 2008 um 16:15 Uhr | Permalink

    Läuft das denn irgendwo in Deutschland bzw. irgendwo in der Politik generell anders???

  2. [zeitcollector]
    geschrieben am 2. November 2008 um 20:20 Uhr | Permalink

    Das mag sein, dass es häufig so zugeht. Aber in einem hochentwickelten Land, sollte solches Stammesgebaren eigentlich obsolet sein.

Einen Kommentar schreiben

Ihre Daten werden niemals an Andere weiter gegeben.
Die Email-Adresse wird nicht angezeigt. Notwendige Felder sind so markiert: *

*
*