Unter den Augen der Afghanistan-Schutztruppe und des Uno-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) wurden in Afghanistan im vergangenen Jahr rund 8000 Tonnen Opium produziert. Diese Ernte beträgt das Doppelte des weltweiten Konsums. Die nicht verkaufte Hälfte lagert irgendwo.
Der Überschuss an Rohopium werde an einem unbekannten Ort aufbewahrt, sagt Costa. Der Gegenwert belaufe sich auf Hunderte von Millionen Dollar. Dem UNODC ist es bisher nicht gelungen, die riesigen Opiumbestände zu orten. Auch die gegenwärtigen Besitzer sind unbekannt. Bei den Bauern sei das Opium nicht mehr, sagt Costa. Ob aber Drogenhändler, korrupte Beamte oder die Taliban ihre Hände darauf hielten, wisse man nicht.
Daran wird sich auch nichts ändern, wenn Minister Jung (CDU) 1.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schickt. Die Lage ist nach Einschätzung maßgeblicher Militärs in Fluß und wird immer unübersichtlicher. Die Wahlen in Afghanistan im nächsten Jahr werden zu einer Verschärfung der Sicherheitslage führen.
Mit Hilfe der Opium-Millionen können die Taliban ihren Krieg finanzieren. Afghanistan scheint zu einem zweiten ‘Vietnam’ zu werden. Auf eine sehr lange Sicht wird es bei der Stationierung der amerikanischen und europäischen Truppen bleiben, ohne dass es substantielle Verbesserungen gibt, sieht man mal von einigen Städten ab.
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