Kann Akupunktur auch einem kranken Stadtorganismus helfen?

GvR_Bürgerengagement | wong it! 11.05.2008

Bei Menschen gehört Akupunktur ja mittlerweile zu den mehr oder weniger anerkannten Heilmethoden. Wirkt diese Heilmethode aber auch bei kranken Stadtorganismen? In Portland wird dies ausprobiert.

Der Akupunkteur Adam Kuby aus Portland im US-Bundesstaat Oregon hat die Philosophie jetzt weiterentwickelt: Er sieht die Stadt als lebenden Organismus, bei dem jeder Körperteil eine Funktion hat - und auch krank werden kann.
Um die Energieflüsse ermitteln zu können, ordnete er die Infrastruktur und Wirtschaft von Portland den einzelnen Organen hinzu. So steht die Leber für Politik und Verwaltung, der Dickdarm für Banken und Müllabfuhr. Die Gallenblase repräsentiert unter anderem Polizei, Feuerwehr und interessanterweise Lobbyisten.
Aufbauend auf diesen Prinzipien begannen Kuby und seine Unterstützer, die kranken Stellen der Stadt zu diagnostizieren: Hässliche Spielplätze, Giftmüllkippen, überfließende Abwasserkanäle und elitäre Clubs, aber auch soziale Brennpunkte wurden kartografiert. Im dritten Schritt erfolgte schließlich die Therapie mit Akupunkturnadeln.

Die Nadeln wurden dem Stadtorganismus in Größe angepasst (7 Meter lang!). Interessanter Ansatz, Aufmerksamkeit auf ‘kranke Körperteile’ zu lenken.
Vorschlag: Mehrere Nadeln vor die Hyphotekeninstitute, die hinter der Immobilienkrise in den USA stehen!

Sind dies wirklich die grossen wissenschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts?

GvR_Forschung, Oek_Forschung | wong it! 05.03.2008

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Am 20.02.2008 war bei Golem ein Artikel unter der Überschrift Die wissenschaftlichen Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu finden. Ich hatte mir erst mal den Link gespeichert, da ich das Thema ganz interessant fand. Zum Gegenstand dieses Artikels: 18 Wissenschaftler und Visionäre wurden gebeten, die wichtigsten Aufgaben für unser Jahrhundert zu definieren.

Unter dem Vorsitz des ehemaligen US-Verteidigungsministers William Perry machte sich die Gruppe Gedanken darüber; die NAE hat diese Gedanken auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science in Boston vorgestellt.
Herausgekommen ist diese Liste (die aber keine Rangfolge darstellt):

  • Make solar energy economical (wirtschaftliche Solarenergie)
  • Provide energy from fusion (Energiegewinnung durch Kernfusion)
  • Provide access to clean water (Zugang zu sauberem Wasser)
  • Reverse-engineer the brain (Nachbau des menschlichen Gehirns)
  • Advance personalized learning (Verbesserung von Lehr- und Lernmethoden)
  • Develop carbon sequestration methods (Entwicklung von Methoden, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen)
  • Restore and improve urban infrastructure (Wiederherstellung und Verbesserung städtischer Infrastrukturen)
  • Engineer the tools of scientific discovery (Erforschung natürlicher Grenzen)
  • Advance health informatics (Fortschritte in der medizinischen Informatik)
  • Prevent nuclear terror (Verhinderung von Terroranschlägen mit nuklearem Material)
  • Engineer better medicines (Entwicklung besserer Arzneimittel)
  • Manage the nitrogen cycle (Steuerung des Stickstoffkreislaufs)
  • Secure cyberspace (Sicherheit im Cyberspace)
  • Enhance virtual reality (Verbesserung von virtuellen Realitäten)
  • Interessante Aufgaben, wobei ich bei einigen nicht die Wissenschaft in der Pflicht sehe, sondern eher die Politik (Wiederherstellung und Verbesserung städtischer Infrastrukturen, Verhinderung von Terroranschlägen mit nuklearem Material, Zugang zu sauberem Wasser). Sicher kann die Wissenschaft hier unterstützen, aber es sind aus meiner Sicht nicht wissenschaftliche Herausforderungen.

    Die anderen Aufgaben zeugen meines Erachtens eher von einer Elfenbeinturmposition. Die Verbesserung von virtuellen Realitäten ist sicher eine hochinteressante Aufgabe, aber wäre es nicht noch wichtiger, die reale Realität zu verbessern? Auch bei dem Punkt Nachbau des menschlichen Gehirns kann man geteilter Meinung sein. Durch entsprechende Forschung können sicher Computer verbessert werden und auch das Thema künstliche Intelligenz hängt davon ab. Aber ist das wirklich etwas, was zu den 14 wichtigsten Aufgaben gehört? Es gibt wichtigere Aufgaben.

    Etwas erhellend ist dann aber folgendes:

    Der Grund, warum die Runde überhaupt einberufen wurde, ist die Finanzierung von Wissenschaft mit öffentlichen Geldern. Deshalb habe die Öffentlichkeit auch ein Recht zu erfahren, was mit diesem Geld geschehe. “Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen verstehen, wie frühere Investitionen in Wissenschaft und Ingenieurswesen ihr Leben verbessert haben.” Dazu gehören etwa die Entwicklung in der Luftfahrt, die Elektrizität oder auch der Wasseranschluss im Haus.

    Eine aus meiner Sicht ‘gequälte’ Erklärung. Dazu muß niemand die grossen wissenschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts formulieren.

    Wolfgang Böhmer und andere machen es sich zu leicht

    GvR_Familie | wong it! 26.02.2008

    Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, fühlt sich missverstanden und streitet sich mit dem Nachrichtenmagazin Focus. Böhmer wirft dem Magazin vor, dass es seine Äußerungen zu den Kindstötungen in den neuen Bundesländern falsch wiedergegeben hat. Darum wird jetzt gestritten.

    Ausgangspunkt für die Debatte sind die folgenden Äusserungen:

    Die Häufung von Baby-Morden in den neuen Bundesländern hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) mit einer „leichtfertigeren Einstellung zu werdendem Leben in den neuen Ländern“ erklärt. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin FOCUS sagte Böhmer, die ungleich höhere Zahl von Kindstötungen sei eine Folge des in der DDR seit 1972 erlaubten Schwangerschaftsabbruchs bis zur 12.Woche. „Die Frauen entschieden, ohne sich auch nur einmal erklären zu müssen.“ Diese Mentalität wirke bis heute nach. Die Kindstötung von Neugeborenen sei offenbar für manche Frauen „ein Mittel der Familienplanung“.

    Da Böhmer früher als Gynäkologe die Entbindungsstation eines Krankenhauses in der DDR leitete, dürfte er mit der Materie grundsätzlich vertraut sein.

    Es ist aber meines Erachtens nicht richtig, die Tötung von Neugeborenen mit der Möglichkeit zu leichtem Schwangerschaftsabbruch zu erklären. Und Kindstötung als ‘Mittel zur Familienplanung’ zu unterstellen und quasi dem Schwangerschaftsabbruch gleich zu stellen, ist ein katastrophaler Vergleich. Man mag dem Kriminologen Pfeiffer zustimmen, wenn er sagt:

    „Ein Denkverbot, wonach die Wertehaltung keine Rolle spielt, darf es nicht geben. Die Wertefrage muss in die Forschung mit einbezogen werden – auch wenn das manche Teile der Bevölkerung angreift“, sagte Pfeiffer zu FOCUS Online.

    Der Kriminologe aus Hannover ist dem Politiker für seinen „Denkanstoß“ durchaus dankbar – selbst wenn er ihn für einseitig und „unglücklich formuliert“ hält. „Böhmers These muss überprüft werden. Ohne seine Hypothese könnten wir die Forschung nicht machen“, sagte er.

    Allerdings ist es wenig hilfreich, dass Töten von Neugeborenen mit dem Fortleben einer DDR-Wertewelt zu begründen. Dies sehen auch andere so.

    Eine mögliche Ursache sieht der Psychiater Häßler nicht in der DDR-Geschichte, sondern in den sozialen Verhältnissen: “Die Elterngeneration der Täter ist relativ desillusioniert und hat einen immensen sozialen Abstieg durchgemacht.” Perspektivlosigkeit, Vereinsamung und Entwurzelung könnten vereinzelt zu Verzweiflungstaten führen - “ich wehre mich aber dagegen, dass das ein Ostphänomen ist”.

    Fast 18 Jahre nach dem Ende der DDR sollten Handlungen von Personen, die die DDR nicht mehr bewusst miterlebt haben, nicht damit begründet werden, dass sie auf dem Gebiet der ehemaligen DDR leben bzw. ihre Eltern im DDR-System aufgewachsen sind.
    Wenn Pfeiffer sagt

    „Die DDR ist doch nicht untergegangen, sondern lebt in den Köpfen der Menschen weiter. Die Werte ändern sich doch nicht von einem Tag auf den anderen.“

    dann mag dies in gewisser Hinsicht richtig sein. Aber es gab in der DDR keinen ‘Wert’, der die Tötung von Neugeborenen legitimierte. Das Zitat von Pfeiffer liest sich so, als ob in der DDR die Tötung von Neugeborenen an der Tagesordnung war. Die o.a. Schwangerschaftsregelung der DDR führte nicht zur Tötung von Neugeborenen und legitimierte diese auch nicht.

    Negative Erscheinungen in den neuen Bundesländern, wie z.B. Rechtsradikalismus, Antisemitismus, Tötung von Neugeborenen, Übergewicht, mit dem Erbe der DDR zu begründen, macht die Sache sehr einfach. Dieser ‘Verantwortliche’ lebt nicht mehr und das heutige System ‘ist aus dem Schneider’. Die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern und die Abwanderung von Hundertausenden von jungen Menschen lässt sich dann auch irgendwie auf die DDR zurück führen. Wann endet eigentlich die Zeit der Zurechenbarkeit?
    Es geht mir hier nicht um eine Verteidigung des DDR-Systems, aber damit heute jede negative Entwicklung in den neuen Bundesländern zu begründen, ist nicht legitim.

    Die Ursachen sind an anderer Stelle zu finden. Auf Grundlage des EU-Sozialberichts kommt die EU zu dem Ergebnis, dass in Europa jedes 5. Kind von Armut bedroht ist.

    Trotz der vergleichsweise guten Zahlen mahnte die EU-Kommission die Bundesregierung, mehr gegen Kinderarmut zu tun. Immerhin jedes achte Kind in Deutschland ist dem Armutsrisiko ausgesetzt, bei fast jedem zehnten Kind sind beide Eltern arbeitslos - das bedeutet Platz 18 unter den EU-Staaten. Länder wie Slowenien, Portugal oder Dänemark schneiden hier deutlich besser ab.

    Auch dafür ist teilweise das ehemalige DDR-System verantwortlich, indem es ein desolates Wirtschaftssystem hinterlassen hat. Aber die DDR ist Geschichte und wenn wir uns immer auf sie als Begründung und Entschuldigung für alles berufen, dann wird sie auch dadurch am Leben erhalten.

    Update 28.02.2008
    Böhmer relativiert Aussagen zu Kindstötung

    Wie kommen 4 Mio. Analphabeten zu IT-Fitness?

    GvR_Bildung, GvR_Information | wong it! 24.02.2008

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    Wir leben in der Informations-, Computer- und/oder Multimediagesellschaft. Damit sagt man nichts Neues. Was das für den Einzelnen bedeutet, zeigt sich im täglichen Leben. Noch kann man zumindest im Privatleben auch ohne Computerkenntnisse und ohne Computergebrauch überleben. Im Berufsleben sieht das schon anders aus.

    Um die Kinder und Jugendlichen für diese Technik und ihre Anforderungen fit zu machen, wird schon in der Schule mehr oder weniger dafür getan, IT-Kenntnisse zu vermitteln. Kritisiert wird aber auch, dass die Schüler durch den Umgang mit Computern zu häufig vom Lernen abgelenkt werden. Weitergehende Kritiken sprechen davon, dass durch Copy and Paste kein Wissen vermittelt wird. Bücher und Artikel lesen ist da sicher effektiver.

    Was sagen die fast 4 Mio. Analphabeten, die es in der Bundesrepublik Deutschland geben soll, zu diesen Bestrebungen (eine erschreckend hohe Zahl für ein Land wie Deutschland!)? Gehen die Massnahmen an ihnen vorbei? Wie kann man als Analphabet mit einem Computer umgehen?
    Ich versuche gerade, mir das vorzustellen, aber es endet in einer Katastrophe. Ich könnte kein Kennwort eingeben, würde also den Computer garnicht starten können, selbst wenn jemand anders mir den eingerichtet hätte. Das könnte ich noch lösen, indem ich mir ein Kennwort einrichte, welches ich mir auch als Analphabet gut merken kann. Aber die erste Frage, die mir als User gestellt wird, beendet wahrscheinlich die Session. Von weitergehender Nutzung ganz zu schweigen.

    Zum Weltalphabetisierungstag hat die Bundesbildungsministerin vom BMBF geförderte Projekte vorgestellt. 30 Mio. EUR sollen dafür aufgewendet werden. Gemessen an anderen Ausgaben ein Pappenstiel und wahrscheinlich mit die am Besten angelegten Millionen des Bundeshaushalts!

    Quellen und weitere Informationen
    Wettbewerb „IT-Fitness macht Schule“
    Virtuelle Lernwelten
    «Wir brauchen keine Computer in der Schule»
    Analphabetismus
    «Du wärst nicht so blöd, wenn du schreiben könntest»
    Schavan: “Alphabetisierung gehört zu wichtigsten Aufgaben des Bildungssystems”
    Analphabetismus – immer mehr Betroffene in Westeuropa
    Analphabetismus - Ursachen und Hintergründe

    Lepra - die vergessene Seuche

    GvR_Ethik, Oek_Helfen | wong it! 27.01.2008

    Welt Lepra Tag 2008

    Der Weltlepra-Tag (27.1.2008) erinnert an eine Krankheit, die seit der Antike mit Verstümmelung und Isolation verbunden ist.
    Lepra oder Aussatz, ist seit Jahrtausenden bekannt. Heilung ist grundsätzlich möglich, aber selbst in unserer Welt, die mit Gentechnik, Klonen und enormen Fortschritten in der Medizin ‘glänzt’, noch immer nicht umgesetzt. Für die Ausrottung der Krankheit wird seitens der WHO gearbeitet, aber wie so oft, wenn es um die Rettung der Armen geht, scheitert es an der Versorgung mit Medikamenten.

    Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) schätzt, dass auch in diesem Jahr wieder mehr als 250.000 Menschen neu an Lepra erkranken werden. Notwendige Medikamente fehlen und zum Weltlepra Tag 2008 ruft die DAHW zu weiterer Unterstützung ihrer Hilfe für die Leprakranken auf.
    Auch wenn wir nicht die ‘Retter der Welt’ sein können, nicht jedes Problem lösen können, ist hier aus meiner Sicht unser Beitrag gefordert.

    WORLD SOCIAL FORUM - Aufruf zu weltweiten Aktionstag am 26.1.2008

    GvR_Bürgerengagement | wong it! 23.01.2008

    World Social Forum

    Das World Social Forum ist die große Gegenbewegung zum World Economic Forum in Davos.
    Zur Zeit läuft eine Aktionswoche, die mit einem weltweiten Mobilisations- und Aktionstag am 26.Januar 2008 abschliessen wird. Auf einem Aktion-Kalender sind die einzelnen Veranstaltungen und Aktionen weltweit vermerkt.
    Am 26. Januar 2008 findet in Köln der sogenannte Kölner Rundumschlag statt.

    Wann: ab 11.30 Uhr
    Wo: Alte Feuerwache, Melchiorstraße (nahe Ebertplatz)

    Reporter ohne Grenzen - Weltweit sind 130 Journalisten inhaftiert

    GvR_Journalismus | wong it! 07.12.2007

    Reporter ohne Grenzen

    Die Reporter ohne Grenzen erinnern an das Schicksal der weltweit inhaftierten Journalisten. Am 10.12. ist der Internationale Tag der Menschenrechte und dies ist ein Anlass, die 130 Inhaftierten in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit zu bringen.

    30 Regierungen weltweit verhindern Meinungsfreiheit auf diesem Weg. Besonders hervor tun sich Eritrea, China, Iran, Aserbaidschan und Kuba.
    Seit 18 Jahren sitzt der 77-jährige Win Tin in Burma im Gefängnis. Der weltweit am längsten inhaftierte ist der Libyer Abdullah Ali Al-Sanussi Al-Darrat – seit 1973 (!) ist er in Lybien inhaftiert.
    Zustände wie im Mittelalter, als die Feudalherren missliebige Personen in den Verliesen verfaulen liessen.

    Begründet wird dies alles mit „Schutz der nationalen Sicherheit“, „Störung der öffentlichen Ordnung“, „Destabilisierung des Staates“ und „Gefährdung der inneren Sicherheit“. Gründe, die immer passen und keiner Prüfung standhalten.

    Vollständige Liste aller inhaftierten Journalisten: Hier

    Am 05.12.2007 haben die Reporter ohne Grenzen zusammen mit der „Fondation de France“ die Menschenrechtspreise verliehen. Siehe hierzu auch bei hochwald.net und zeitsturz.

    Weihnachtszeit - Skandalzeit - trotzdem spenden!

    Oek_Helfen | wong it! 28.11.2007

    Weihnachtszeit ist ja bekanntlich auch die hohe Zeit der Spenden. Passend dazu wird jetzt über ‘Ungereimtheiten’ bei der UNICEF Deutschland berichtet. Die Kölner Geschäfststelle steht im Brennpunkt, weist die Vorwürfe aber vehement zurück. Die ehrenamtliche Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Heide Simonis, greift die Vorwürfe aber auf und will alles lückenlos aufklären.

    Update 29.11.2007:
    Machtkampf bei Unicef

    Update 02.12.2007:
    Nun doch keine Verschwendung?
    UNICEF-Vorstand unterstützt Garlichs

    Update 09.12.2007:
    Nachschauen, welche Spenden ’sicher’ sind: >> DZI

    Update 21.12.2007:
    Und es wird immer mehr. Wann tritt UNICEF-Geschäftsführer zurück?
    Unicef Paradies für Berater

    Immer wieder wird von Verschwendung oder Veruntreuung bei NGO’s berichtet, leider. Das sollte aber nicht grundsätzlich vom Spenden abhalten.

    Nicht im Mittelpunkt stehen die folgenden Organisationen, leisten aber nichtsdestotrotz wichtige Arbeit bzw. Hilfe.

    Esel-Initiative

    Die Esel-Initiative e.V. hat sich im Sommer 1995 gegründet, um besonders notleidende alleinerziehende Frauen von der Schwerstarbeit des Wasserschleppens zu entlasten und ihnen eine Starthilfe zu geben. Das Projekt wird seit 1996 in Eritrea durchgeführt und beginnt 2007 parallel im Himalaja. Kooperationspartner sind Sahayog Himalaya-Nepal im Himalaja sowie die Nationale Eritreische Frauenunion (NUEW) in Eritrea.

    Netzwerk braucht Kohle

    Jedes Jahr bringt die BUKO auf ihrem Kongress Menschen zusammen, die herrschende Diskurse kritisch hinterfragen und neue Frei-Räume erkämpfen. So entstanden und entstehen immer wieder neue Kampagnen und Arbeitsschwerpunkte, Vernetzungen, Diskussionen und Interventionen. Ein besonderes Anliegen der BUKO ist es, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Bewegungen und Spektren zu organisieren. Dies kostet Geld und jede Spende ist willkommen.
    Via: was einer so denkt

    Kinder sind eigentlich glücklich - soll das nicht mehr so sein?

    GvR_Familie, Oek_Menschenwürde, Oek_Nachbarschaft | wong it! 27.11.2007

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    Kinder sind glückliche Wesen. Auch wenn sie ab und an weinen, sich untereinander nicht gerade immer freundlich behandeln, aus Sicht der Erwachsenen schon mal ‘Plagegeister’ sein können. Die Zeit der Kindheit, so habe ich es empfunden und erinnere mich auch so, ist eine unbeschwerte Zeit. Sie prägt für das ganze Leben. Und deshalb sollen wir alles dafür tun, dass die Kinder auch heute diese unbeschwerte Kindheit bekommen. Wie eine Studie zeigt, ist dies wohl auch heute noch überwiegend so.

    Mehr als 80 Prozent der 1200 Befragten im Alter zwischen sechs und 13 Jahren hatten angegeben, “total glücklich” oder “glücklich” zu sein.

    Dies ändert sich dann im Laufe der Zeit und die Bewertung verschiebt sich:

    Mit zunehmendem Alter allerdings lasse diese Orientierung an der Familie nach. Auch das generelle Glücksempfinden sei bei älteren Kindern weniger stark. Während 57 Prozent der befragten Sechsjährigen angaben, “total glücklich” zu sein, sank dieser Anteil bei den 13-Jährigen auf 25 Prozent.

    Die Orientierung an der Familie lässt nach. Armut wird als bedrückend empfunden, hohe Belastung in der Schule verändert das Lebensgefühl. Es setzt eine Überforderung ein, die das seelische und körperliche Befinden stark beeinträchtigen. Wenn dann in den Familien das Familienleben quasi nicht mehr existiert, kann auch einem an sich glücklichen Kind das Glücksgefühl ausgetrieben werden.
    Das seelische und körperliche Elend kulminiert dann in Zuständen, in denen Kinder in verwahrlosten Wohnungen zurückgelassen werden oder wo die Eltern sie misshandeln, verhungern und verdursten lassen! Bei jedem neuen Fall geht es dann von Neuem los: Was ist da falsch gelaufen? Wer hat da was versäumt?

    [Excurs: Unverständlich ist für mich die inzwischen übliche Befragung der Nachbarschaft, die immer entweder sprachlos und erschüttert ist, nicht verstehen kann, was sich da ereignet hat. Glaubt einer der Reporter, dass auch nur ein Nachbar sagen würde: 'Ja, ich habe das bemerkt, aber mir war egal, was da passiert.'? Der Informationswert dieser Befragung tendiert gegen Null.]

    Der Ruf geht dann in Richtung Jugendämter, staatliche Kontrolle der Familien. Dies hat in gewisser Hinsicht seine Berechtigung als kurzfristiger Lösungsansatz, dokumentiert aber letztlich, dass an eine grundlegende Änderung der Situation dieser Familien nicht ernsthaft gedacht wird. Sie hat man anscheinend aufgegeben. Wenn die Jugendämter nur noch dazu da sind, Kinder aus diesen Zuständen zu befreien, dann ist dies einer Kapitulation gleichzusetzen!

    Es wird davon geredet, dass Kinder unsere Zukunft sind, aber die staatlichen Einrichtungen, die sich um die Kinder und Familien kümmern sollen, werden aus Kostengründen personell immer schlechter ausgestattet. In den Schulen herrscht Lehrermangel. Hier muss man ansetzen und nicht erst dann tätig werden, wenn Kinder in Lebensgefahr sind.

    Die Jugendämter seien nach wie vor überfordert, und angesichts der wachsenden Erziehungsunfähigkeit von Familien werden die Probleme größer”, ergänzt Hans Meyer, stellvertretender Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter.

    Die ‘wachsende Erziehunsunfähigkeit von Familien’ - wenn dem so ist, dann ist dies doch der Ansatzpunkt für eine Verbesserung der Situation. Wie kommt es zu dieser ‘Erziehungsunfähigkeit’? Was ist dagegen zu tun?
    Der Mensch ist ein ‘Herdentier’, ein soziales Wesen. Und er kann diesem sozialen Wesen nur in Gemeinschaft gerecht werden. Wir sind nun mal keine ‘Nestflüchter’. Ein Kind braucht Jahre nach der Geburt die Eltern; ohne sie ist es nicht überlebensfähig. Was dies bedeutet, das müssen die Eltern wissen. Da hilft auch keine ‘Supernanny’.
    Wenn diesen Eltern das nicht vermittelt wird, dann wird es auch weiterhin zu den Verwahrlosungen, Misshandlungen, Tötung kommen.
    Wie ist diesen Eltern ihre Verantwortung vermittelbar? Elternratgeber gibt es en mass, auch Zeitschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die helfen aber nicht wirklich, da sie wohl nicht den Weg in diese Familien finden (ob sie helfen würden, sei mal dahingestellt).

    Vor nicht allzulanger Zeit hat der Familienverbund für Kinder mitgesorgt. In anderen Gesellschaften ist dies noch heute so und anscheinend hat sogar die Natur dafür gesorgt, das dies funktioniert.
    Auch hier in Deutschland ist dies ja noch gegeben, aber eben im abnehmenden Maße. Die sogenannte ’soziale Kontrolle’, viel kritisiert, hatte auch ihr Gutes.

    Weitere Quellen und Informationen:
    Die Fragen kommen zu spät
    Stadt räumt Systemfehler ein
    Höher - schneller - weiter
    Schon Zehnjährige fühlen sich überfordert
    Schon wieder verhungert ein Kind
    Großvater greift Jugendamt an
    “Gegen Meldepflicht”

    Good News von Amnesty International zu Burma

    GvR_Bürgerengagement | wong it! 05.11.2007

    Ich hatte mich an einer Online-Aktion zu Gunsten Burma bei Amnesty International Schweiz beteiligt. Heute habe ich eine Email bekommen, betitelt:

    Good News Burma / Myanmar

    Ein Auszug daraus:

    Die weltweite Solidaritätsbewegung gegen die Unterdrückung der Menschenrechte in Myanmar bleibt offenbar nicht ohne Wirkung auf das Militärregime: Letzte Woche wurden über hundert Inhaftierte aus dem Gefängnis entlassen. Darunter auch der 60-jährige Schauspieler Par Par Lay und sein Kollege Zargana, für die auch Sie sich über unsere Online-Aktion eingesetzt haben.

    Trotz dieser erfreulichen Nachricht gibt es keinen Grund, den Druck auf das Militärregime in Myanmar zu vermindern. Im Gegenteil. Noch immer befinden sich Hunderte von Gewissensgefangenen im Gefängnis.

    Auch wenn noch immer viele inhaftiert sind, ist es doch ein Erfolg. Insoweit wird auch unsere Blog Action Free Burma vom 04.10.2007 bestätigt.

    Mit einer neuen Online-Aktion fordert AI die umgehende Freilassung der noch unschuldig Inhaftierten.