Zukunftsoptimist trifft Vergangenheitsprognostiker

Allgemein | wong it! 14.07.2008

Für FOCUS gebe ich kein Geld aus. Nicht weil ich es nicht hätte, sondern es ist mir einfach zu schade. Die Titelthemen fallen mir in meinem Zeitschriftenladen aber immer ins Auge. FOCUS ist ja immer in vorderer Reihe positioniert.

Das Titelthema vom Heft 28/2008 lautet:

Werden Sie Zukunftsoptimist!

Wenn ich solche Sprachperlen lese, muss ich immer innehalten. Wer denkt sich so etwas aus? Falsch - wer denkt nicht, beim Entwerfen einer solchen Titelzeile? Ist Optimismus nicht grundsätzlich eine in die Zukunft gerichtete positive Erwartung?
Kann ich auch Vergangenheitsoptimist sein? Dann könnte ich vielleicht auch Vergangenheitsprognostiker oder Gegenwartsrealist sein?

Privat habe ich für 5 Mio. EURO Aktien gekauft

Oek_Energie, Oek_Zufriedenheit | wong it! 30.06.2008

RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (29.06.2008, Nr. 26, Seite 35):

Frage: Wie sollen die Aktionäre dann darauf vertrauen, dass Sie für einen besseren Aktienkurs kämpfen?

Antwort Großmann: …Privat habe ich RWE-Aktien für rund fünf Millionen Euro gekauft.

Das überzeugt; ich überlege jetzt nur, wie ich zu 5 Mio. EURO komme.

Millionäre trotzen der Finanzkrise

Oek_Gesellschaft, Oek_Zufriedenheit | wong it! 24.06.2008

Es beruhigt mich dann doch, wenn die Menschen nicht ausnahmslos unter der Finanzkrise leiden. Zum Glück gibt es immer Ausnahmen, an denen sich zeigt, dass sich Einsatz und Leistung lohnen - trotz der US-Immobilien- und Finanzkrise, steigender Lebensmittel- und Energiepreise, gelingt es fleissigen Menschen nicht nur gut zu leben, sondern auch noch ihr Vermögen zu mehren.

Obwohl das Jahr 2007 vom Ausbruch der US-Immobilienkrise und den darauf folgenden Turbulenzen an den Finanzmärkten geprägt war, hat die Zahl der Dollar-Millionäre und deren Vermögen weiter zugenommen. Zu diesem Schluss kommt die zwölfte Ausgabe des jährlich erscheinenden «World Wealth Report» von Merrill Lynch und Capgemini. Als Dollar-Millionäre gelten sogenannte «high-net-worth individuals» (HNWI), die netto (ohne Liegenschaftsbesitz) über ein Finanzvermögen von mehr als 1 Million Dollar verfügen. Weltweit ist diese Zahl laut Studie im Jahr 2007 um 6% auf über 10,1 Millionen Dollar-Millionäre gewachsen. Insgesamt können diese über ein Gesamtvermögen von 40’700 Milliarden Dollar verfügen.

Na also, es geht doch!

Quelle: nzz

Abzocken ist international

Oek_Arbeitswelt | wong it! 23.06.2008

Nicht nur unsere Manager wissen, wie sie ihre Taschen füllen - auch in der Schweiz ist dieses Wissen präsent. Irgendwoher muss Herr Ackermann es ja haben - er hat es mitgebracht.

Bei Lupe findet man zwei schöne Plakate zu den schweizer Abzockern.
Aber im Grunde bleibt einem das Lachen im Hals stecken.

Köhler will Steuersystem zurück drehen

GvR_Finanzen | wong it! 17.06.2008

Horts Köhler fordert in seiner “Berliner Rede” Reformen, insbesondere beim deutsche Steuersystem:

Ungewohnt deutlich trat Köhler für die Senkung von Steuern und Abgaben ein. Vor allem die Belastung des Mittelstands wirke zunehmend unfair, kritisierte er. Facharbeiterfamilien müssten heute Steuersätze zahlen, “die früher nur für Reiche galten”.

Was ist ihn nicht stört: Das Reiche durch Steuergestaltungsmöglichkeiten heute so niedrige Steuern zahlen, wie früher die Facharbeiter.
Er war mal Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. An besondere Initiativen zur Steuerreform während seiner damaligen Tätigkeit kann ich mich nicht erinnern.

Jetzt, wo es dem Ende entgegen geht, kritisieren sie Bush

Allgemein | wong it! 09.06.2008

Die Regierungszeit von Georg W. Bush neigt sich dem Ende entgegen. Er macht jetzt seine Abschiedstour durch Europa. Und jetzt auf einmal kommt Kritik aus allen Richtungen.
Guido Westerwelle (“Die Ära Bush war keine gute - weder für Amerika noch für jene, die sich wie ich als Freunde Amerikas verstehen”, sagte der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle dem Stuttgarter Nachrichten.) traut sich aus der Deckung. CDU-Außenexperte Eckart von Klaeden beklagte,

dass “Irak-Krieg, Guantánamo und Abu Ghraib” nicht nur das Ansehen der USA, sondern das des Westens in der muslimischen Welt schwer beschädigt hätten. “Das hat islamistischen Extremisten Auftrieb gegeben und die Gewichte in der Region zugunsten des Iran verschoben”.

Wo waren diese Herren während der vergangenen Jahre? Aber jetzt kümmert es ja niemanden mehr, jetzt kann man Kritk üben. Macht sich gut, tut niemanden mehr weh und in Kürze kann man dann sagen: “Wir waren ja immer gegen Bush, gegen den Irak-Krieg.” Wieder ein paar Widerstandskämpfer mehr.

Quelle
“Bush hat die Welt schlechter gemacht”

Westerwelle war gedopt

GvR_Parteien | wong it! 02.06.2008

Am Wochenende war eine der seltenen Gelegenheiten, zu denen ich bedauerte, kein Fernsehgerät zu haben. Guido Westerwelle redete auf dem Bundesparteitag der FDP in München und ich hörte einen Auszug dieser Rede im Radio. Und ich traute meinen Ohren nicht - sowohl inhaltlich als auch formal eine Rede, die ich nicht ohne weiteres mit Guido Westerwelle in Verbindung gebracht hätte. Aber er war es. Auch den Parteitagsdelegierten kommen Zweifel.

Dann ist es endlich so weit, Guido Westerwelle tritt ans Mikrofon. Er beginnt mit den Kirchen, lobt deren soziales Engagement. Der Wert der ehrenamtlichen Arbeit sei nicht zu überschätzen, meint Westerwelle, und für kurze Zeit fragen sich einige Delegierte: Was ist denn in unseren Vorsitzenden gefahren?

Hoch emotional und kraftvoll teilt Guido Westerwelle aus. Keiner bleibt verschont. Es riecht nach us-amerikanischem Wahlkampf.

Es ist ganz klar, Westerwelle möchte das Soziale betonen. Für das Soziale, ruft er den Delegierten zu, sei zuallererst die Gesellschaft zuständig, und nicht der Staat. In Wahrheit sei die liberale Partei die sozialste von allen, denn allein sie wolle die Menschen befähigen, selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu leben.
Das soziale Programm der FDP - konkret bedeutet das, die Steuerlast aller Bürger zu senken. Wer Steuersenkungen zu Steuergeschenken umdeute, degradiere die Bürger zu Taschengeldempfängern, ruft Westerwelle zornig mit seiner hellen Tenorstimme, und der Applaus der 662 Delegierten ist ihm sicher.

Aber sonst nimmt ihn keiner ernst, auch nicht nach dieser Rede. Wahrscheinlich wird sie aus den Analen der deutschen Geschichte gestrichen, da der Redner gedopt war.

GEW und Cyber-Mobbing - zwei Welten?

GvR_Bildung, GvR_Medien | wong it! 26.05.2008

So unterschiedlich stellt sich die Welt in den Medien dar.
Golem titelt: Bedrohung durch Cyber-Mobbing gering - Lehrergewerkschaft rät zu Gelassenheit und professioneller Reaktion.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor Dramatisierung bei Internetmobbing und Überreaktionen. Eine eigene Studie habe gezeigt, dass Mobbing ohne technische Hilfsmittel etwa zehn Mal so häufig vorkommt.
“Schülerstreiche und Mobbing sind ein ‘altes Thema’, das nun im Internetzeitalter angekommen ist”, so Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule. Lehrkräfte müssten lernen, gelassen und professionell damit umzugehen.

Bei tagesschau.de lese ich: Umfrage der Gewerkschaft GEW - Lehrer fordern besseren Schutz vor Cyber-Mobbing.

Die Gewerkschaft forderte klare Verhaltensnormen für alle Formen von Mobbing.
Sie sieht die Opfer bisher nur unzureichend unterstützt, obwohl die psychischen Folgen gravierend sein könnten und bis zum Selbstmord reichten. Die Gewerkschaft forderte deshalb mehr Schutz und Hilfsangebote für gemobbte Lehrer und Schüler.

Es ist wohl besser, sich auf der Homepage der GEW zu informieren. Näheres ist hier zu finden.

Victory-Josef war ein Achtundsechziger

Allgemein | wong it! 18.05.2008

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zu lesen, bringt oft interessante Erkenntnisse. Insbesondere dann, wenn Interviews abgedruckt sind. Am Wochendende werden die Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Kunst scheinbar rührselig.
Diesmal ist es Josef Ackermann, der über Gott und die Welt plaudert und so manche überraschende Erkenntnis preisgibt. Unbedingt lesenswert! Ich habe die Befürchtung, dass er sich ernsthaft auf den Bundespräsidentenjob vorbereitet. Er müste sich ja nur noch einbürgern lassen.
Hier ein paar Kostproben - man glaubt es kaum:

Herr Ackermann, die Marktwirtschaft feiert Triumphe und gerät doch immer stärker in die Defensive. Haben Sie eine Erklärung?

Zunächst einmal ist das ja angesichts unseres Wohlstandsniveaus schon erstaunlich. Aber man muss das ernst nehmen. Ich sehe mehrere Gründe für diesen Vertrauensverlust. Zum einen gibt es keine Alternative wie den realen Sozialismus mehr, dem gegenüber unsere Ordnung natürlich sehr gut aussah. Zum anderen setzt uns die Globalisierung heute einem spürbar schärferen Wettbewerb aus, und die von früher gewohnten Wachstumsraten bleiben aus. Zugleich haben wir es weithin versäumt, unsere Bürger auf die neuen Herausforderungen der Globalisierung mit einer entsprechenden Bildung und Ausbildung ausreichend vorzubereiten.

Das produziert Ängste und Misserfolgserlebnisse?

Gewiss. Hinzu kommt schließlich: Viele Menschen haben das Gefühl bekommen, dass die Startchancen im Leben immer ungleicher verteilt sind und in der Folge auch die Einkommen und Vermögen innerhalb unserer Gesellschaft auseinanderdriften. Bei alldem kann es nicht verwundern, dass die Zustimmung der Bevölkerung zu unserer Wirtschaftsordnung schwindet.

Ist dieses Gefühl schwindender Chancengleichheit gerechtfertigt?

Auf jeden Fall müssen wir dieses Gefühl ernst nehmen.

Sie sind selbst ein Aufsteiger.

Ja, auch deshalb liegen mir die Themen Chancengleichheit, Bildung und Leistungsgerechtigkeit so am Herzen.

Es gibt Indizien, dass Geld, Herkunft und Klasse den Lebensweg viel stärker bestimmen, als es uns lieb ist.

Wenn das so ist, ist das bedenklich.

All das müssen wir feststellen nach Jahrzehnten der Bildungsoffensiven. Wie konnte das passieren?

Danach müssen Sie die Politiker fragen.

Dass der Marktwirtschaft die Akzeptanz fehlt, liegt doch nicht nur an der abnehmenden Chancengleichheit, sondern auch am berechtigten Eindruck stagnierender Lebens- und Einkommensverhältnisse. Der Einsatz macht sich dann nicht mehr bezahlt.

Leistung muss sich lohnen, und Talent muss eine Chance bekommen - egal aus welcher sozialen Schicht. Wir müssen möglichst allen Menschen das nötige Rüstzeug geben, um im Wettbewerb bestehen zu können. Wir sollten uns aber auch generell mehr auf das Gewinnen konzentrieren, statt immer nur über Hartz IV, Mindestlöhne, die Absicherung nach unten und Umverteilung zu reden. Darüber laufen wir Gefahr, immer mehr an Wettbewerbsgeist zu verlieren. Wir brauchen einen neuen Aufbruch.

Was meinen Sie?

Ich denke zum Beispiel an die Vereinigten Staaten, wo jetzt mit Barack Obama ein Politiker auftritt, der Bürgern Mut und Hoffnung macht.

Westliche Wohlstandsgesellschaften haben derzeit Mühe, eine positive Utopie zu entwickeln.

Obama zeigt doch, dass es geht. Er sagt einfach: Yes, we can! So sollten wir auch in Deutschland denken. Oder wenn ich mich an die 68er-Bewegung aus meiner Jugend erinnere…

…Sie sind ein Achtundsechziger?

… ich war kein Revoluzzer, wenn Sie das meinen. Aber ich gehöre natürlich der Generation an, und ich habe miterlebt, wie eine in mancherlei Hinsicht erstarrte Gesellschaft, zum Beispiel in puncto Erziehung oder Sexualität, aufgebrochen wurde. Leider ist dann später aus manchen positiven Absichten und Ansätzen viel Negatives erwachsen. Aber zweifellos gab es damals eine Aufbruchstimmung.

So, wer weiter lesen will .. das komplette Interview.

Yes, we can! Ich fasse es nicht. Jetzt ist er Achtundsechziger, bald wird er der Dalai Lama der Marktwirtschaft.

Babyfon bei Wiedeking im Zimmer

Allgemein | wong it! 26.04.2008

Wendelin Wiedeking war anscheinend das Opfer eines Lauschangriffs.

Ein Sprecher von Volkswagen bestätigte am Samstag, dass ein eingeschaltetes Babyfon in einer Hotelsuite im Ritz-Carlton gefunden worden sei. Es sei hinter dem Sofa versteckt gewesen.

Mitarbeiter des Porsche-Sicherheitsdienst fanden das Babyfon.
Arbeitet der BND jetzt aus Kostengründen mit Babyfons? Oder befand sich das Babyfon noch dort im Zimmer als Überbleibsel der VW-Affäre?

Also, wer in Wolfsburg übernachtet - Hotelzimmer prüfen!!