Merkel schiesst den Vogel ab

GvR_Klima, GvR_Zukunft | wong it! 09.07.2008

Der G8-Gipfel in Japan ist verpufft, wie befürchtet. Wieder nur Absichtserklärungen, keine konkreten Ergebnisse - ausser Millionen Kosten für die Gipfler.
Den Vogel schiesst aber unsere Kanzlerin ab. Eine verhinderte Erweiterung der G8-Gruppe durch Einbeziehung weiterer Staaten führt bei ihr zu folgender Reaktion:

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel begrüsste die Entscheidung. «Ich finde das sich jetzt ergebende Format geradezu ideal, weil es uns alle Freiheiten lässt», sagte sie. Zwar könne die G-8 viele Probleme nicht mehr ohne Länder wie China oder Indien lösen. Man müsse aber aufpassen, «dass die G-8-Gruppe sich nicht verwässert».

Mal abgesehen von der Arroganz den anderen Staaten gegenüber - was soll da eigentlich “verwässert” werden? Das ist doch heute schon so dünnflüssig, das Wasser zu einer Verdickung führen würde.

Quelle: NZZ

Internet Explorer 7 soll ein Bio-Image verpasst bekommen?

Oek_Klima | wong it! 04.07.2008

So wird er auch nicht besser, der IE 7:

Mit einer PR-Aktion will Microsoft die Nutzer des Internet Explorer 7 dazu animieren, zum Abbau von Kohlendioxid beizutragen: Auf der Website carbongrove.com und der deutschen Variante jederbaumzaehlt.de pflanzen die Anwender ein virtuelles Bäumchen in einem von drei besonders bedrohten Urwaldgebieten.
Die Anwender können den Baum auf ihrer Website einbinden und ihm als CO2-Tamagotchi beim Wachsen zusehen.

Naja, aber ein virtueller Baum hilft dem Klima auch nicht. Es sollen zwar die ersten 5000 Bäume auch real werden, aber das ist wirklich nicht mehr, als ein PR-Gag.
Ich habe mich für das Suchen im Web für ecocho.com entschieden. Pro 1.000 Suchaufträge kauft Ecocho der australischen CO²-Ausgleichsbehörde GGAS Emissionszertifikate ab; im Gegenzug pflanzt das Umweltunternehmen zwei Bäume, wodurch wiederum eine Tonne Treibhausgase getilgt wird. Das halte ich für wirkungsvoller.

EU will Bürger bei Öl und Benzin entlasten - warum eigentlich?

GvR_Klima, Oek_Energie | wong it! 20.06.2008

Wie den Medien zu entnehmen ist, wollen Staats- und Regierungschefs der EU angesichts schnell steigender Preise für Treibstoff und Nahrungsmittel die Verbraucher entlasten. Geprüft wird außerdem eine reduzierte Mehrwertsteuer für Treibstoff.
Liest sich erst einmal gut. Ist dies aber im Hinblick auf das erklärte Ziel “Energieeinsparung” das richtige Mittel?
Wenn die Preise der Ausdruck der Knappheit der Energieträger sind, macht es keinen Sinn, den Verbrauch zu subventionieren - Reduzierung des Verbrauchs, Einsparung ist dann das probate Mittel, auch Umstieg auf Energien, die nicht knapp bzw. erneuerbar sind.
Sind die Preise das Ergebnis von Spekulationen, würden sich die Spekulanten über die Subventionen - wie man so sagt - ein Lauch in den Bauch freuen. Diese Subventionen würden in deren Taschen fliessen.
Sind die Preise das Ergebnis von Spekulationen, dann soll man den Spekulationen begegnen.

Obama sucht sein Profil

GvR_Klima, GvR_Zukunft | wong it! 18.06.2008

Jetzt ist Obama Präsidentschaftskandidat der Demokraten und es geht nicht mehr gegen Hillary Clinton, sondern er muss sich gegenüber McCain profilieren. Da werden Pakete geschnürt, die auch Unausgegorenes enthalten.

Zusätzliche Staatsausgaben hält Obama unter anderem zur Förderung neuer Techniken zur Energiegewinnung für notwendig. Sein Plan sieht jährliche Ausgaben von 15 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren für diesen Zweck vor. Zur Finanzierung soll ein Handel mit Zertifikaten zur Emission klimaschädlicher Treibhausgase dienen. Die jährliche Versteigerung dieser Zertifikate könnte nach Obamas Angaben jeweils rund 100 Milliarden Dollar einbringen. Ein Großteil des Geldes soll an die Haushalte fließen als Hilfe für die hohen Stromrechnungen.

Auf den ersten Blick ein guter Gedanke. Aber wenn ich den Stromerzeugern Geld abnehme für CO²-Emissionen, diese die Abgaben dann auf die Strompreise aufschlagen, dann holen sich die Stromerzeuger das Geld über die Stromrechnung vom subventionierten Kunden zurück. Oder liege ich da falsch?

Warum jetzt eine Verlagsbeilage über Geländewagen?

Oek_Klima, Oek_Konsum | wong it! 06.06.2008

Die Benzin- und Dieselpreise steigen und steigen. Alles stöhnt, General Motors will die Hummer-Produktion einstellen.

Aber heute in der Süddeutschen Zeitung, auf Hochglanzpapier, bester Farbdruck - eine Beilage “Geländewagen”. Als ob es die Diskussion der letzten Tage und Wochen nicht gegeben hätte, wird das hohe Lied des Hubraums und der PS gesungen. Sätze wie “Eine Studie des Audi Q7 setzt auch hier Maßstäbe. Denn hier fällt ein Sechs-Liter-V12-Turbodiesel mit 500 PS und 1000 NM über vier mächtig bereifte Räder her.” sollte man heute eigentlich nicht mehr erwarten.
Solange solche Beilagen noch möglich sind und pubertäre Bedürfnisse mit Quads befriedigt werden, können die Treibstoffpreise nicht zu hoch sein.

Auch die grösste Anzeige macht keine Wahrheit

Oek_Klima | wong it! 20.04.2008

Die RWE glauben anscheinend, dass je größer die Anzeige, desto mehr Wahrheit. Auch 3 (!) komplette Seiten in der Sueddeutschen Zeitung vermindern nicht den riesigen CO²-Ausstoss, den die Werke der RWE verursachen.

Merke: Werbung schafft keine Wahrheit, sie verschleiert nur!

Via: was einer so denkt

Das Robert-Koch-Institut braucht etwas länger

Allgemein, Oek_Klima | wong it! 03.04.2008

Das Robert-Koch-Institut, das Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten, hat vor einer verstärkten Infektionsgefahr in Deutschland aufgrund des Klimawandels gewarnt.

Der Wandel sei “eine Realität” und habe auch in Deutschland zunehmend Einfluss auf die gesundheitliche Situation der Bevölkerung, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, in Berlin bei der Auftaktveranstaltung zum Weltgesundheitstag am 7. April. Durch die weltweite Erwärmung könnten Krankheitserreger viel leichter als bisher ins Land gelangen, sagte Hacker weiter.
Für manche Insekten etwa, die gefährliche Krankheiten übertragen, sei es nördlich der Alpen nun nicht mehr zu kalt. Damit könnten sich möglicherweise auch aus Entwicklungsländer bekannte Viren hier ausbreiten.

Schön, dass diese Erkenntnis auch schon im Robert-Koch-Institut angekommen ist.
Der Klimawandel bedroht aber nicht nur die Gesundheit der Bundesbürger; für Viele wird es auch zu einer Bedrohung des Lebens kommen.

Quelle und weitere Informationen:
Warnung des Robert-Koch-Instituts; Klimawandel bedroht Gesundheit der Bundesbürger

Freiwillige pflanzen zwei Millionen Bäume in Mazedonien

GvR_Bürgerengagement, Oek_Klima | wong it! 13.03.2008

Eine phänomenale Leistung, die mir eine Notiz wert ist und zur Nachahmung dort empfohlen wird, wo die Menschen die Bäume weitgehend vernichtet haben. Vielen Mittelmeerländern würde das gut tun.

Am «Tag des Baumes» haben in Mazedonien bis zu 200 000 Freiwillige rund zwei Millionen Bäume gepflanzt. Die privat organisierte Initiative thematisiert Umweltschutzfragen. Die Motivation zur Teilnahme verrät aber auch gesellschaftspolitische Gründe.

Auto-Umweltliste 2008 des VCS - auch für Deutschland anwendbar

Oek_Klima, Oek_Konsum | wong it! 08.03.2008

Der Verkehrs-Club der Schweiz hat die Auto-Umweltliste 2008 veröffentlicht. Der VCS-Leitfaden zum Autokauf bewertet über 500 PKW-Modelle nach CO2-, Schadstoff- und Lärmbelastung. Den Leitfaden - und weitere Artikel - kann man downloaden.
Dort findet man auch ein Interview mit Daniel Goeudevert, dem ehemaligen VW-Manager. Goeudevert kritisiert die Modell-Politik der Hersteller und lässt das Argument nicht gelten, die Kunden verlangten grosse und leistungsstarke Autos. Die Autofirmen würden mit ihren Modellen die Erwartungen der Kunden ja erst wecken.

Die Umweltliste des VCS ist nicht nur für die Schweiz von Interesse, sondern auch für Deutschland, da die entsprechenden Modelle auch bei uns gehandelt werden.
Aber auch beim Verkehrsclub Deutschland findet man eine entsprechende Liste, die ca. 300 Modelle umfasst.

Sind dies wirklich die grossen wissenschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts?

GvR_Forschung, Oek_Forschung | wong it! 05.03.2008

by pixelio

Am 20.02.2008 war bei Golem ein Artikel unter der Überschrift Die wissenschaftlichen Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu finden. Ich hatte mir erst mal den Link gespeichert, da ich das Thema ganz interessant fand. Zum Gegenstand dieses Artikels: 18 Wissenschaftler und Visionäre wurden gebeten, die wichtigsten Aufgaben für unser Jahrhundert zu definieren.

Unter dem Vorsitz des ehemaligen US-Verteidigungsministers William Perry machte sich die Gruppe Gedanken darüber; die NAE hat diese Gedanken auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science in Boston vorgestellt.
Herausgekommen ist diese Liste (die aber keine Rangfolge darstellt):

  • Make solar energy economical (wirtschaftliche Solarenergie)
  • Provide energy from fusion (Energiegewinnung durch Kernfusion)
  • Provide access to clean water (Zugang zu sauberem Wasser)
  • Reverse-engineer the brain (Nachbau des menschlichen Gehirns)
  • Advance personalized learning (Verbesserung von Lehr- und Lernmethoden)
  • Develop carbon sequestration methods (Entwicklung von Methoden, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen)
  • Restore and improve urban infrastructure (Wiederherstellung und Verbesserung städtischer Infrastrukturen)
  • Engineer the tools of scientific discovery (Erforschung natürlicher Grenzen)
  • Advance health informatics (Fortschritte in der medizinischen Informatik)
  • Prevent nuclear terror (Verhinderung von Terroranschlägen mit nuklearem Material)
  • Engineer better medicines (Entwicklung besserer Arzneimittel)
  • Manage the nitrogen cycle (Steuerung des Stickstoffkreislaufs)
  • Secure cyberspace (Sicherheit im Cyberspace)
  • Enhance virtual reality (Verbesserung von virtuellen Realitäten)
  • Interessante Aufgaben, wobei ich bei einigen nicht die Wissenschaft in der Pflicht sehe, sondern eher die Politik (Wiederherstellung und Verbesserung städtischer Infrastrukturen, Verhinderung von Terroranschlägen mit nuklearem Material, Zugang zu sauberem Wasser). Sicher kann die Wissenschaft hier unterstützen, aber es sind aus meiner Sicht nicht wissenschaftliche Herausforderungen.

    Die anderen Aufgaben zeugen meines Erachtens eher von einer Elfenbeinturmposition. Die Verbesserung von virtuellen Realitäten ist sicher eine hochinteressante Aufgabe, aber wäre es nicht noch wichtiger, die reale Realität zu verbessern? Auch bei dem Punkt Nachbau des menschlichen Gehirns kann man geteilter Meinung sein. Durch entsprechende Forschung können sicher Computer verbessert werden und auch das Thema künstliche Intelligenz hängt davon ab. Aber ist das wirklich etwas, was zu den 14 wichtigsten Aufgaben gehört? Es gibt wichtigere Aufgaben.

    Etwas erhellend ist dann aber folgendes:

    Der Grund, warum die Runde überhaupt einberufen wurde, ist die Finanzierung von Wissenschaft mit öffentlichen Geldern. Deshalb habe die Öffentlichkeit auch ein Recht zu erfahren, was mit diesem Geld geschehe. “Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen verstehen, wie frühere Investitionen in Wissenschaft und Ingenieurswesen ihr Leben verbessert haben.” Dazu gehören etwa die Entwicklung in der Luftfahrt, die Elektrizität oder auch der Wasseranschluss im Haus.

    Eine aus meiner Sicht ‘gequälte’ Erklärung. Dazu muß niemand die grossen wissenschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts formulieren.