
Wenn es irgendwie geht, vermeide ich es, Fleisch zu essen. Militanter ‘Fleischverweigerer’ bin ich allerdings nicht. Ich tue meine Meinung dazu kund, wenn in vernünftiger Art und Weise diskutiert wird, aber ich will niemanden meine Meinung aufzwingen. Umgekehrt gilt gleiches.
Wer Fleisch essen möchte, soll dies tun. Nach den Fleischskandalen der letzten Jahre und den verfügbaren Informationen über Fleisch, kann sich im Grunde jeder ausreichend informieren. Auch darüber, wo Fleisch erhältlich ist, dessen Verzehr unbedenklich ist.
Für mich gibt es jetzt zwei zusätzliche Gründe, kein Fleisch zu essen. Das ist einmal der Gesetzentwurf über die Kennzeichnung gentechnikfreier Lebensmittel und die Meldung, dass die US-Lebensmittelaufsicht die Freigabe für Klonfleisch erteilt.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Lebensmittel auch dann als “gentechnikfrei” gelten, wenn sie mit Hilfe bestimmter genveränderter Zusatzstoffe hergestellt werden. Das bedeutet: wurde die Kuh mit Genmais gefüttert, wäre sie trotzdem ‘gentechnikfrei’. Das ist für mich nicht akzeptabel. Das mag übervorsichtig sein, aber niemand kann heute mit Sicherheit sagen, dass derart ernährte Tiere wirklich Fleisch liefern, welches unbedenklich verzehrt werden kann. Ausserdem ist ausreichend gentechnikfreier Mais vorhanden.
Auf andere Art und Weise ähnlich ist es mit dem Fleisch oder der Milch geklonter Tiere. Es ist zwar nicht damit zu rechnen, dass kurzfristig Fleisch oder Milch von diesen Tieren in den Verkauf kommt, aber auch hier gilt: Wehret den Anfängen! Klongegener sagen:
“Wenn man diese Superkerne in leere Eizellen packt, ist es eben nicht so, dass die eingebaute Zellkern-Kopie das Kommando übernimmt. Stattdessen gibt es sehr wohl Reaktionen zwischen Kern und verblieben Resten der Eizelle. Sie kommunizieren wie in jedem Ökosystem miteinander. Die Naivität in der Klontechnologie lag in der Annahme, alles spiele sich allein im Kern ab.”
Diese Bedenken sind nach wie vor nicht ausgeräumt und im Grunde ist nicht einsehbar, warum Tiere für den Verzehr geklont werden müssen. Durch natürliche Vermehrung (worunter ich auch künstliche Besamung zähle) ist ausreichend Schlachtvieh zu züchten.
Andrew Kimbrell vom “Center for Food Safety” warnt: “Genfleisch bringt dem Verbraucher keinerlei Vorteile. Nur einige Biotech-Firmen könnten ihre Tiere effektiver produzieren. Aber warum eigentlich sollte die Bevölkerung als Meerschweinchen für eine gescheiterte Technologie dienen?”
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Update 17.01.2008:
Seehofer stellt sich gegen Klonfleisch
Minister Seehofer ist dagegen, Klonfleisch in die Lebensmittelkette zu bringen. Dies sei “ein typisches Beispiel dafür, dass die Gesellschaft nicht alles, was technisch möglich ist, auch praktisch machen darf und kann”.
Richtig! Das gilt aber auch für Genmais, Herr Seehofer!
Hierzu siehe auch:
Gentech: Neues vom ‘Golden Rice’
Update 23.01.2008:
Der Bundestags-Agrarausschuss gab heute grünes Licht für das Gentechnik-Gesetz.
“Ich kann den Verbrauchern sagen, dass wir das Menschenmögliche getan haben an Vorsorge”, sagte Seehofer in Berlin.
Reicht das??