20 Jahre Lettre International Deutschland

Allgemein | wong it! 22.06.2008

Lettre International

Die internationale Kulturzeitschrift ‘Lettre International’ feiert die ersten 20 Jahre der deutschen Ausgabe mit einer opulenten Jubiläumsausgabe. 250 Seiten unter dem Titel ‘So leben wir jetzt’.

“So leben wir jetzt!” zeigt die Widersprüche. Mal werden sie analysiert, mal so hart nebeneinandergestellt, dass sie im Kopf des Lettre-Lesers aufeinanderprallen und kleine Explosionen der Erkenntnis bewirken. Lettre International lebt von der Idee der Wahrheit, zu der ja unablöslich die des Scheins gehört. Lettre International wirkt mal als ein scharfes Skalpell, das Sein und Schein von einander löst, mal als ein Rammbock, der die von der Propaganda errichteten Mauern zum Einsturz bringt.
(aus: fr-online)

Viermal im Jahr erscheint die deutsche Ausgabe von ‘Lettre International’ und bringt Reportagen, Hintergrundanalysen, Interviews, Essays, Literatur und Kunst. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln, aus allen Weltregionen äußern sich internationale Autoren zu den brennenden aber auch verborgenen Themen der Gesellschaft und Politik, zu Kunst, Philosophie und Wissenschaft. Die Hefte werden jeweils von einem Künstler exklusiv gestaltet. (Quelle: Lettre International)

‘Jenseits des Zufalls’ von Simon Conway Morris

Allgemein | wong it! 10.06.2008

Morris - Jenseits des Zufalls

Schon vor Jahren in der Diskussion, ist Simon Conway Morris Buch “Life’s Solution. Inevitable Humans in a Lonely Universe” jetzt in Deutsch erschienen.

‘Jenseits des Zufalls’ lautet der programmatische Titel.
Morris ist der Meinung, daß die Entstehung von Leben unvermeidlich zu intelligenten Lebewesen führt: “Wir sind eingeschrieben in die Gesetze des Universums”.

Die Entwicklung musste also zu uns führen, sofern man uns für intelligente Lebewesen hält. Ich habe es noch nicht gelesen. Ist es wichtig? Ich bin ja hier und kommt es dann noch daruf an, ob dies ein Zufall ist?
Ich werde es zumindest mal querlesen. Die Diskussion war ja heftig und flammt jetzt vielleicht wieder auf. Für Künftiges ist es vielleicht hilfreich. Wenn es keinen Zufall gibt…….!
Die immer wieder auflebende Diskussion.

Weitere Informationen
Musste es auf uns hinauslaufen?
Jenseits des Zufalls

Das jüngste Gewitter - verfilmte Psychoanalyse

Allgemein | wong it! 30.03.2008

Das juengste Gewitter

Der Tubaspieler auf dem Plakat lässt eine Komödie vermuten, eine Komödie mit ländlich, heimatlichen Hintergrund. Wer den Regisseur Roy Andersson und seinen Film Songs from the Second Floor kennt, ist gewarnt.
Dieser Film ist meines Erachtens keine Komödie, auch wenn die Werbung ihn als ’schwarzhumorige Komödie aus Schweden’ ankündigt.
Das jüngste Gewitter verfilmt die Tragik des menschlichen Lebens und die lose aneinander gereihten Szenen in fahlen und ungesättigten Farben, erinnern mich an die Verfilmung von ‘1984′. Spärliche Dialoge und im wesentlichen statische Bilder versetzen die Handlung in eine Art Traumwelt.
Es sind teils absurde Situationen, immer mit einem tragischen Aspekt und Hoffnung gibt es nicht. Egal was die Menschen in diesem Film tun, sie sind nicht ‘bei der Sache’.
Der häufig fallende Satz: Morgen ist auch noch ein Tag! klingt wie eine Drohung - nichts lässt erkennen, dass der morgige Tag besser sein wird.
Die Schlussszenen mit den über einer Stadt erscheinenden Boeing-B52 schaffen auch keinen Raum für Hoffnung.

Der Film ist düster, aber unbedingt sehenswert. Er zeigt die täglichen Absurditäten des Lebens und die Schwierigkeit, ein Mensch zu sein. Auch aus stilistischer Sicht ist dieser Film etwas Besonderes. Leider wird er wohl nur in Programmkinos zu sehen sein.
Ich habe den Film in der Filmbühne Bonn-Beuel gesehen.

Jawoll Claude Chabrol!

Oek_Medien | wong it! 10.01.2008

Der französische Filmemacher Claude Chabrol ist einer der ganz Grossen des europäischen Films und viele seiner Filme sollte man gesehen haben. Inzwischen fast 78 Jahre alt, hat er 2007 den Film ‘Die zweigeteilte Frau’ fertiggestellt.

Aber nicht nur tolle Filme dreht er mit 78, sondern es ist auch lesenswert, was er in einem Interview in der fr-online sagt. Lange nicht so intelligente Aussagen zum Film und zur Gesellschaft gelesen. Das ist Balsam für die Seele!

Man imitiert auch einfach Filme, die bereits Erfolg hatten. So erreicht man viele Zuschauer, ohne sie zugleich geistig zu fordern. Ich habe dafür ein Wort: “Succès de paresse” - “Lohn der Faulheit”: Der Zuschauer wird geistig immer fauler.

So ist es! Noch schlimmer ist es, wenn ich an diverse Fernsehsender und deren Programm denke. Die Filme der Nouvelle Vague musste man nicht sämtlich gut finden, aber sie forderten den Zuschauer.

In Europa versucht man momentan immer häufiger, Eigentum zu erwerben. Aber gleichzeitig fordert man extreme Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Das ist absolut widersprüchlich. (lacht) Der Besitz von Privateigentum impliziert schließlich, dass man an einem Ort bleibt. All das ist Ergebnis eines Wirtschaftssystems, das darin besteht, die Menschen äußeren Faktoren zu unterwerfen und ihre Freiheit einzuschränken. Ich denke wirklich, dass unsere Freiheit immer mehr eingeschränkt wird. Wir werden zwar nicht unterdrückt, aber unsere Freiheit wird immer mehr eingeschränkt. Das glaube ich wirklich.

Das glaubt nicht nur Claude Chabrol! Bedenklich ist, dass diesen Verlust von Freiheit (die hier nicht allein als Gegensatz zu ‘Eingesperrtsein’ zu verstehen ist) viele nicht wahrnehmen, nicht wahrnehmen wollen. Und dieser nicht wahrgenommene Verlust von Freiheit deformiert den Menschen.

Zum kompletten Interview: >>>>

Roland Koch kocht sein Süppchen auch diesmal

GvR_Bürgerengagement, GvR_Demokratie | wong it! 06.01.2008

Es gibt einige Politiker, die mich in Rage bringen, die mich ärgern - Wolfgang Schäuble gehört dazu und natürlich mein ‘Freund’ Norbert Blüm, aber auch noch weitere ungenannte. An denen kann man sich ‘reiben’.
Dann gibt es aber eine weitere Kategorie von Politikern, und zu denen gehört Roland Koch, mit denen eine Auseinandersetzung verlorene Zeit ist. Denn meiner Ansicht nach wollen und beabsichtigen diese Art Politiker überhaupt keine Auseinandersetzung, wollen überhaupt niemanden überzeugen, denn sie haben selbst keine Überzeugung, keine Meinung, da sie nur an Macht und Machterhaltung interessiert sind. Und da spielt es keine Rolle, um was es geht; solange es den eigenen Interessen dient, wird es verwendet. Dies zieht sich aus meiner Sicht durch die gesamte politische Karriere von Roland Koch.

Roland Koch, der sein gesamtes Berufsleben im Grunde in der Politik verbrachte, und mehr oder weniger ‘verbeult’ aus der Spendenaffäre der hessischen CDU ‘rauskam, hat während seiner politischen Laufbahn immer wieder dann, wenn es opportun erschien, stammtischkompatible Argumente und Aktionen verwendet. Erinnert sei an die Unterschriftenaktion gegen die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts und den Vorwurf gegen Frank Brsirske in der Vermögenssteuerdebatte (Judensternvergleich).

Jetzt steht die Wahl in Hessen kurz bevor, die Ergebnisse der Umfragen machen ihn unruhig und da kommt es wie gerufen, dass zwei ich-weiss-nicht-wie-ich-sie-nennen-soll einen Rentner krankenhausreif prügeln, weil er sie auf das Rauchverbot hingewiesen hat. Da es sich bei diesen zwei Prüglern um jugendliche Ausländer handelte, fällt Roland Koch ein, dass er seinerzeit ja grossen Erfolg mit der Aktion gegen die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts hatte. Auch damals ging es um ausländische Mitbürger.
Obwohl die Zahlen dies nicht stützen, fordert er jetzt eine Verschärfung des Jugendstrafrechts, speziell für ausländische Jugendliche, bis hin zur Ausweisung (Wohin könnten wir dann die deutschen jugendlichen Straftäter ausweisen?).

Die Meinung von Experten, dass einsperren nichts bringt, stört da nur marginal. Da nun endlich ein Thema gefunden ist, mit dem man die SPD ‘jagen’ kann, folgt die Kanzlerin und die CDU dem Vorreiter Roland Koch. Gesetze sind auch einfach zu ändern, das kostet nichts und ist schnell erledigt. Ob es hilft, interessiert nicht.

Bei der Gelegenheit schwingt sich Roland Koch auch gleich noch zum Wächter von Anstand und Sitte auf. Endlich hat die sog. schweigende Mehrheit eine Stimme - herzlichen Glückwunsch!

Das Faule Ei des Monats ist hier mindestens redlich verdient!

Nur der Vollständigkeit halber: Ich habe kein, absolut kein Verständnis für die zwei Prügler. Sie müssen bestraft werden. Aber so etwas ist nicht zum ersten Mal geschehen und da hat es keinen derjenigen interessiert, die jetzt in die erste Reihe springen und schreien! Dagegen wende ich mich.
Nach der Wahl wird dieses Thema wieder in der Versenkung verschwinden und die nächste Sau wird durchs Dorf getrieben.

Weitere Quellen und Informationen:
Ausländerbeirat wirft Koch Hetze vor
Kritik aus CDU an Koch-Vorschlägen
Koch fordert Respekt vor deutschen Sitten
Und die Ehrlichkeit, Herr Koch?
Roland Koch und das arme Deutschland
Union Gegen “Kuschelpädagogik”
Umfrage: 66 Prozent finden Kochs Wahlkampf-Schwerpunkt falsch

Update 07.01.2008:
“Vorstellungen der Union sind nicht umsetzbar”

Update 08.01.2008:
“Wahlkampf nahe dem NPD-Niveau”

Update 09.01.2008:
Fast zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) sind der Ansicht, dass der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) das Thema Jugendkriminalität aus rein wahltaktischem Kalkül in den Vordergrund gerückt hat.

Update 10.01.2008:
Kochs Justizmühlen mahlen zu langsam
“Koch schürt rassistische Ressentiments”
100 Organisationen von Zuwanderern protestieren und schreiben offenen Brif an Kanzlerin Merkel.

Update 11.01.2008:
Der Vorsitzende des Hessischen Richterbundes: “Justiz wird geplündert”

Update 12.01.2008:
“Koch ist nicht glaubwürdig”
Der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn über die Versäumnisse der CDU-Regierung.

Naomi Kleins «Schockstrategie» - eine fulminante Rezension

GvR_Bücher | wong it! 19.12.2007

Die Schockstrategie

Für den Kauf eines Weihnachtsgeschenkes ist es noch nicht zu spät. Die WOZ empfiehlt Naomi Kleins Buch «Die Schockstrategie - der Aufstieg des Katastrophenkapitalismus» und kürt es zum Buch des Jahres.
In einer ausführlichen Rezension wird die Leitlinie des Buches dargelegt. Die in der Rezension angesprochenen Thesen aus dem Buch sind erschreckend.

Ein Auszug aus der Verlagsseite zum Buch:

Erst Schock durch Krieg oder Katastrophe, dann der so genannte Wiederaufbau. Es funktioniert immer nach den gleichen Mechanismen. Wo vor dem Tsunami Fischer ihren Lebensunterhalt verdienten, stehen heute luxuriöse Hotelresorts, im Irak wurden nach dem Krieg die Staatsbetriebe und die Ölwirtschaft neu verteilt - an westliche Konzerne. Existenzen werden vernichtet, es herrscht Wild-West-Kapitalismus der reinsten Sorte.

Ich habe das Buch noch nicht gelesen, kann insoweit noch nichts dazu sagen. Aber für ein Weihnachtsgeschenk ist es ja - wie geschrieben - noch nicht zu spät!