Kann Akupunktur auch einem kranken Stadtorganismus helfen?

GvR_Bürgerengagement | wong it! 11.05.2008

Bei Menschen gehört Akupunktur ja mittlerweile zu den mehr oder weniger anerkannten Heilmethoden. Wirkt diese Heilmethode aber auch bei kranken Stadtorganismen? In Portland wird dies ausprobiert.

Der Akupunkteur Adam Kuby aus Portland im US-Bundesstaat Oregon hat die Philosophie jetzt weiterentwickelt: Er sieht die Stadt als lebenden Organismus, bei dem jeder Körperteil eine Funktion hat - und auch krank werden kann.
Um die Energieflüsse ermitteln zu können, ordnete er die Infrastruktur und Wirtschaft von Portland den einzelnen Organen hinzu. So steht die Leber für Politik und Verwaltung, der Dickdarm für Banken und Müllabfuhr. Die Gallenblase repräsentiert unter anderem Polizei, Feuerwehr und interessanterweise Lobbyisten.
Aufbauend auf diesen Prinzipien begannen Kuby und seine Unterstützer, die kranken Stellen der Stadt zu diagnostizieren: Hässliche Spielplätze, Giftmüllkippen, überfließende Abwasserkanäle und elitäre Clubs, aber auch soziale Brennpunkte wurden kartografiert. Im dritten Schritt erfolgte schließlich die Therapie mit Akupunkturnadeln.

Die Nadeln wurden dem Stadtorganismus in Größe angepasst (7 Meter lang!). Interessanter Ansatz, Aufmerksamkeit auf ‘kranke Körperteile’ zu lenken.
Vorschlag: Mehrere Nadeln vor die Hyphotekeninstitute, die hinter der Immobilienkrise in den USA stehen!

Das jüngste Gewitter - verfilmte Psychoanalyse

Allgemein | wong it! 30.03.2008

Das juengste Gewitter

Der Tubaspieler auf dem Plakat lässt eine Komödie vermuten, eine Komödie mit ländlich, heimatlichen Hintergrund. Wer den Regisseur Roy Andersson und seinen Film Songs from the Second Floor kennt, ist gewarnt.
Dieser Film ist meines Erachtens keine Komödie, auch wenn die Werbung ihn als ’schwarzhumorige Komödie aus Schweden’ ankündigt.
Das jüngste Gewitter verfilmt die Tragik des menschlichen Lebens und die lose aneinander gereihten Szenen in fahlen und ungesättigten Farben, erinnern mich an die Verfilmung von ‘1984′. Spärliche Dialoge und im wesentlichen statische Bilder versetzen die Handlung in eine Art Traumwelt.
Es sind teils absurde Situationen, immer mit einem tragischen Aspekt und Hoffnung gibt es nicht. Egal was die Menschen in diesem Film tun, sie sind nicht ‘bei der Sache’.
Der häufig fallende Satz: Morgen ist auch noch ein Tag! klingt wie eine Drohung - nichts lässt erkennen, dass der morgige Tag besser sein wird.
Die Schlussszenen mit den über einer Stadt erscheinenden Boeing-B52 schaffen auch keinen Raum für Hoffnung.

Der Film ist düster, aber unbedingt sehenswert. Er zeigt die täglichen Absurditäten des Lebens und die Schwierigkeit, ein Mensch zu sein. Auch aus stilistischer Sicht ist dieser Film etwas Besonderes. Leider wird er wohl nur in Programmkinos zu sehen sein.
Ich habe den Film in der Filmbühne Bonn-Beuel gesehen.

Klaus Staeck ist 70!

Allgemein | wong it! 01.03.2008

Es ist zwar schon zwei Tage her, aber trotzdem muß ich auf darauf eingehen. Klaus Staeck hatte am 28. Februar seinen siebzigsten Geburtstag! Nachträglich die besten Wünsche!

Klaus Staeck Plakate

Er hat mich mit seinen Plakaten und Postkarten seit den Sechziger Jahren begleitet. In der Tradition von John Heartfield hat er mit seinen Plakaten und Postkarten Bild und Wort in einer Weise verbunden, die kurz und knapp die Sache auf dem Punkt brachte. Immer wieder sehenswert!
Fast jedes Plakat ist polemisch und provoziert, bringt aber immer ein aha-Erlebnis und ersetzt lange Erklärungen.

Auch mit 70 hat er sich nicht zur Ruhe gesetzt und ist unterwegs in Sachen Kunst und Politik. Für die Frankfurter Rundschau schreibt er Kolumnen.

Weiterhin alles Gute und Schaffenskraft!

Quellen und weitere Informationen:
Klaus Staeck - Unterwegs in Sachen Kunst und Politik
EDITION STAECK Postkarten, Plakate, Bücher, Objekte von Klaus Staeck und vielen anderen Künstlern
Aktion für mehr Demokratie von Klaus Staeck und Johano Strasser
Klaus Staeck bei WIKIPEDIA

Ich war in Zürich, aber ich war es nicht!

Allgemein | wong it! 13.02.2008

Die letzten Tage war ich dienstlich in Zürich, habe von der Stadt nur den Flughafen und ein mehr oder weniger hässliches Gewerbegebiet (ich glaube Glattbrugg ?) und ein Hotel ‘kennen’ gelernt.
Ansonsten Tagung (oder Workshop, nennt man das wohl), Essen, wieder Tagung, Abends noch ein Glas Wein und dann erschöpft ins Bett - halt das übliche Programm. Schnee gab es auch nicht; auch dort blauer Himmel und warme Temperaturen.

Als ich zurück kam, hatten die Kollegen natürlich nichts besseres zu tun, als mich des Kunstraubs zu verdächtigen!
Aber hiermit netz- und weltweit: Ich war es nicht!!
Die 180 Mio. CHF könnte ich zwar gut gebrauchen, aber ich war es trotzdem nicht. Da habe ich auch viel zu viel Respekt vor Kunstwerken.
Also, dann weiter arbeiten und zu Tagungen durch die Gegend reisen, abends übermüdet nach Haus kommen und am nächsten Tag die liegen gebliebene Arbeit erledigen.
Aber es ist ‘Land in Sicht’, das muss ich nicht mehr allzu lange tun! :-)