Zukunftsoptimist trifft Vergangenheitsprognostiker

Allgemein | wong it! 14.07.2008

Für FOCUS gebe ich kein Geld aus. Nicht weil ich es nicht hätte, sondern es ist mir einfach zu schade. Die Titelthemen fallen mir in meinem Zeitschriftenladen aber immer ins Auge. FOCUS ist ja immer in vorderer Reihe positioniert.

Das Titelthema vom Heft 28/2008 lautet:

Werden Sie Zukunftsoptimist!

Wenn ich solche Sprachperlen lese, muss ich immer innehalten. Wer denkt sich so etwas aus? Falsch - wer denkt nicht, beim Entwerfen einer solchen Titelzeile? Ist Optimismus nicht grundsätzlich eine in die Zukunft gerichtete positive Erwartung?
Kann ich auch Vergangenheitsoptimist sein? Dann könnte ich vielleicht auch Vergangenheitsprognostiker oder Gegenwartsrealist sein?

Victory-Josef war ein Achtundsechziger

Allgemein | wong it! 18.05.2008

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zu lesen, bringt oft interessante Erkenntnisse. Insbesondere dann, wenn Interviews abgedruckt sind. Am Wochendende werden die Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Kunst scheinbar rührselig.
Diesmal ist es Josef Ackermann, der über Gott und die Welt plaudert und so manche überraschende Erkenntnis preisgibt. Unbedingt lesenswert! Ich habe die Befürchtung, dass er sich ernsthaft auf den Bundespräsidentenjob vorbereitet. Er müste sich ja nur noch einbürgern lassen.
Hier ein paar Kostproben - man glaubt es kaum:

Herr Ackermann, die Marktwirtschaft feiert Triumphe und gerät doch immer stärker in die Defensive. Haben Sie eine Erklärung?

Zunächst einmal ist das ja angesichts unseres Wohlstandsniveaus schon erstaunlich. Aber man muss das ernst nehmen. Ich sehe mehrere Gründe für diesen Vertrauensverlust. Zum einen gibt es keine Alternative wie den realen Sozialismus mehr, dem gegenüber unsere Ordnung natürlich sehr gut aussah. Zum anderen setzt uns die Globalisierung heute einem spürbar schärferen Wettbewerb aus, und die von früher gewohnten Wachstumsraten bleiben aus. Zugleich haben wir es weithin versäumt, unsere Bürger auf die neuen Herausforderungen der Globalisierung mit einer entsprechenden Bildung und Ausbildung ausreichend vorzubereiten.

Das produziert Ängste und Misserfolgserlebnisse?

Gewiss. Hinzu kommt schließlich: Viele Menschen haben das Gefühl bekommen, dass die Startchancen im Leben immer ungleicher verteilt sind und in der Folge auch die Einkommen und Vermögen innerhalb unserer Gesellschaft auseinanderdriften. Bei alldem kann es nicht verwundern, dass die Zustimmung der Bevölkerung zu unserer Wirtschaftsordnung schwindet.

Ist dieses Gefühl schwindender Chancengleichheit gerechtfertigt?

Auf jeden Fall müssen wir dieses Gefühl ernst nehmen.

Sie sind selbst ein Aufsteiger.

Ja, auch deshalb liegen mir die Themen Chancengleichheit, Bildung und Leistungsgerechtigkeit so am Herzen.

Es gibt Indizien, dass Geld, Herkunft und Klasse den Lebensweg viel stärker bestimmen, als es uns lieb ist.

Wenn das so ist, ist das bedenklich.

All das müssen wir feststellen nach Jahrzehnten der Bildungsoffensiven. Wie konnte das passieren?

Danach müssen Sie die Politiker fragen.

Dass der Marktwirtschaft die Akzeptanz fehlt, liegt doch nicht nur an der abnehmenden Chancengleichheit, sondern auch am berechtigten Eindruck stagnierender Lebens- und Einkommensverhältnisse. Der Einsatz macht sich dann nicht mehr bezahlt.

Leistung muss sich lohnen, und Talent muss eine Chance bekommen - egal aus welcher sozialen Schicht. Wir müssen möglichst allen Menschen das nötige Rüstzeug geben, um im Wettbewerb bestehen zu können. Wir sollten uns aber auch generell mehr auf das Gewinnen konzentrieren, statt immer nur über Hartz IV, Mindestlöhne, die Absicherung nach unten und Umverteilung zu reden. Darüber laufen wir Gefahr, immer mehr an Wettbewerbsgeist zu verlieren. Wir brauchen einen neuen Aufbruch.

Was meinen Sie?

Ich denke zum Beispiel an die Vereinigten Staaten, wo jetzt mit Barack Obama ein Politiker auftritt, der Bürgern Mut und Hoffnung macht.

Westliche Wohlstandsgesellschaften haben derzeit Mühe, eine positive Utopie zu entwickeln.

Obama zeigt doch, dass es geht. Er sagt einfach: Yes, we can! So sollten wir auch in Deutschland denken. Oder wenn ich mich an die 68er-Bewegung aus meiner Jugend erinnere…

…Sie sind ein Achtundsechziger?

… ich war kein Revoluzzer, wenn Sie das meinen. Aber ich gehöre natürlich der Generation an, und ich habe miterlebt, wie eine in mancherlei Hinsicht erstarrte Gesellschaft, zum Beispiel in puncto Erziehung oder Sexualität, aufgebrochen wurde. Leider ist dann später aus manchen positiven Absichten und Ansätzen viel Negatives erwachsen. Aber zweifellos gab es damals eine Aufbruchstimmung.

So, wer weiter lesen will .. das komplette Interview.

Yes, we can! Ich fasse es nicht. Jetzt ist er Achtundsechziger, bald wird er der Dalai Lama der Marktwirtschaft.

Macht macht weltfremd

GvR_Demokratie | wong it! 24.04.2008

Auch heute sind Machthaber nicht gegen die Gefährdung der Geistestätigkeit infolge zuviel Macht gefeit. Früher gab es durchgeknallte Fürsten, heute sind es Staatspräsidenten.

Der langjährige turkmenische Staatspräsident Saparmurat Nijasow, der sich von seinen Landsleuten Turkmenbaschi - Vater aller Turkmenen - nennen ließ (das ist schon bezeichnend), hatte 2002 Tage und Monate im Kalender umbenannt.
Der Januar wurde nach Turkmenbaschi selbst benannt, der Juli nach seinem Lieblingshelden aus dem “Gorkut-ta”-Mythos. Der September nach dem Namen von Nijasows Buch, der launischen April nach seiner Mutter (vielleicht hatte das sogar seine Berechtigung?). Sein Lieblingspferd Yanardag setzte er gleich noch ins Staatswappen ein. Und das alles im 21. Jahrhundert!

Sein Nachfolger dreht das jetzt zurück, um wohl Platz für seinen eigenen Personenkult zu machen. Auf dem Gebiet gibt es wenig Fortschritt!

Quelle und weitere Informationen
Am ersten Sogapgün im Magtymguly

Microsoft - nicht einmal die Mutter liebt ihr Kind Open XML

Allgemein | wong it! 22.04.2008

Da hat Microsoft mit allen Mitteln das ungeliebt Dateiformat Office Open XML zum ISO-Standard erklären lassen und nun lese ich folgendes:

Alex Brown, der Leiter der ISO-Gruppe für die Standardisierung von Office Open XML (OOXML), hat ausprobiert, ob die Dateien aus Office 2007 dem ISO-Standard Office Open XML entsprechen und stellte dabei fest, dass nicht einmal Microsoft selbst sein Office-Dateiformat unterstützt. Dabei zählte er 122.000 Fehler im Strict-Modus, wobei die Fehlersammlung eine Dateigröße von 17 MByte einnimmt. Damit befindet sich derzeit keine einzige Applikation auf dem Markt, die den ISO-Standard Office Open XML einwandfrei unterstützt.

Man könnte sagen: Ein Tag wie jeder andere. Microsoft muss man nicht verstehen.

Via: Golem

Vorratsdatenspeicherung scheitert an fehlenden Vorgaben?

GvR_Privatsphäre | wong it! 13.01.2008

Gegen Vorratsdatenspeicherung

Vielleicht wird die Kanzlerin enttäuscht und sie wird so bald nicht erfahren, wer mit wem telefoniert hat.
Es gibt bei den Telekommunikationsunternehmen grosse Probleme bei der technischen Umsetzung, es fehlen Verfahrensrichtlinien und die Rahmenbedingungen sind nicht beschrieben. Die Unternehmen wollen die Übergangsfristen ausreizen und vorläufig nur die Daten speichern, die sie zur Rechnungserstellung benötigen. Sie fühlen sich allein gelassen und wollen erst einmal nichts unternehmen.
Die Terroristen, die ja der Anlass für das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung waren, höre ich lachen.
Wenn das Gesetzt an der Kraft des Faktischen scheitert - auch gut. Das würde eigentlich die Verfassungsbeschwerde obsolet machen.
Aktiv sind die Anwälte der Musikindustrie. Sie wollen die unverzügliche Umsetzung und den Zugriff für zivilrechtliche Zwecke. Von daher muss es bei der Verfassungsbeschwerde bleiben!

Mixtura N° 1

Mixtura | wong it! 21.12.2007

Überraschung zu Weihnachten - Wenn Computer einmal was Gutes tun
Infolge eines Programmfehlers oder weil sich der Programmierer vieleicht einen Joke erlaubt hat(?), sind in Oregon zahlreiche Steuererstattungen nicht beim Steuerzahler, sondern als Spende beim Schulfonds gelandet. Von dort haben die unfreiwilligen Spender aber wenigstens eine Spendenquittung erhalten.

Hessens Ministerpräsident Koch sieht Untergang der Automobilindustrie
Einer der aus meiner Sicht perfidesten Politiker, die z.Zt. aktiv sind, äussert sich jetzt - weil die nächste Wahl in Sicht ist - auch zu den EU-Plänen hinsichtlich Verringerung der CO²-Belastung durch Autos. Es geht um die bekannte ‘Oberklassen-Diskussion’.

Die geplanten Abgaben auf einen hohen Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) belasteten gerade deutsche Oberklassewagen. Dagegen helfe die Regelung italienischen und französischen Autobauern. «Deshalb sind die ja Feuer und Flamme dafür», sagte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende. Auf den wichtigen Absatzmarkt Asien würden aber keine italienischen Kleinwagen exportiert, sondern deutsche Luxusautos. Daran hingen hunderttausende Arbeitsplätze.

Mit dem ‘Totschlagargument’ Arbeitsplatzverlust wird eine sinnvolle Massnahme diskreditiert. Und dies von dem brutalstmöglichen Aufklärer, der nichts aufgeklärt hat.

Befristet bei der Bundesagentur - Jobvermittlerin sucht Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit setzt befristet Eingestellte als Jobvermittler ein und geht mit diesen um, wie es nicht schlimmer sein könnte.

13 Mal hat Merker-Ludwig einen befristeten Kontrakt unterschrieben, 13 Mal auf eine feste Anstellung gehofft, 13 Mal wochenlang gebangt, bis sie dann doch ihren Schreibtisch räumen musste.

Laut Gewerkschaft ist das Arbeitsministerium verantwortlich für diese Misere.

“Seit Jahrzehnten billigt das Arbeitsministerium den Agenturen zu wenig Mitarbeiter zu”, sagt Karl Obermann, Experte der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für Arbeitsverwaltung. “Aus ihrer Sicht würde eine gut ausgestattete Arbeitsagentur bedeuten, eine dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit anzuerkennen.”

Das Arbeitsministerium ist seit der letzten Bundestagswahl in SPD-Hand.

Ein politisches Weihnachtsgeschenk

Allgemein | wong it! 14.12.2007

Das Netz ist ein Fundus für allerlei. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für den politisch Interessierten sucht, oder gerne mal einen Politiker ’schlagen’ will - hier bietet sich die Gelegenheit: das Politikerschachspiel!
Obwohl Politiker wohl nichts mit Schach ‘am Hut’ haben (wer von denen denkt schon mehr als einen Zug weit), passen die Damen und Herren gut aufs Brett. Rice und Putin gefallen mir besonders gut!

Political Chess

(Quelle: Echt-wahnsinn.de)

Interessant auch die Zuordnung der Politiker zu den einzelnen Figuren:

Weiß:
König: George W. Bush (USA)
Königin: Condoleeza Rice (USA)
Läufer: Angela Merkel (Deutschland)
Pferd: Jacques Chirac (Frankreich)
Turm: Junichiro Koizum (Japan)
Bauer: John Howard (Australien)

Schwarz:
König: Vladimir Putin (Russland)
Königin: Benazir Bhutto (Pakistan)
Läufer: Fidel Castro (Kuba)
Pferd: Hugo Chavez (Venezuela)
Turm: Mahmoud Ahmadinejad (Iran)
Bauer Muammar al Gaddafi (Libyen)

Hoffentlich führt dies nicht zu politischen Konflikten!