Deutsche Tapferkeitsmedaille - Die Nationen werden nie erwachsen

GvR_Militär | wong it! 06.03.2008

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Wenn jemand etwas Besonderes geleistet hat, dann soll dies auch gewürdigt werden. Gleichgültig, ob im zivilen oder miltärischen Bereich. Möglichkeiten einer Würdigung gibt es ausreichend.
Aber nein, unserem Verteidigungsminister fällt nichts Besseres ein, als einen Tapferkeitsorden ins Leben zu rufen und der Bundespräsident macht mit.
Seit dem 2. Weltkrieg hatten wir so etwas nicht mehr - und wir brauchten es auch nicht. Anscheinend findet aber mit dem militärischen Engagement auf dem Balkan und in Afghanistan auch eine ‘Trendwende’ hier in Deutschland statt. Der CDU- Bundestagsabgeordnete und Präsident des Reservistenverbandes, Ernst- Reinhard Beck, hat sogar für den Orden die Form des Eisernen Kreuzes vorgeschlagen. Wir militarisieren uns jetzt auch wieder in der Gesellschaft? Wird der Musikantenstadl bald ersetzt durch den Marschmusikstadl?

Warum müssen sich erwachsene Männer noch heute bunte Blechteile an die Brust heften - reicht es nicht, wenn das im Karneval geschieht?
Jetzt warte ich darauf, dass Frau von der Leyen für Mütter einen Orden analog dem Mutterkreuz anregt.

Afghanistan - Rutschbahneffekt oder von Beginn an so geplant?

GvR_Militär, GvR_Sicherheit | wong it! 30.01.2008

Es kann gerechtfertigt sein, militärische Massnahmen zu ergreifen, um eine bedrohte Zivilbevölkerung zu retten. Es lassen sich Prinzipien und Kriterien für moralisch gerechtfertigte Interventionen entwickeln und es gibt humanitäre Notsituationen, in denen der Einsatz militärischer Gewalt gerechtfertigt sein könnte. Anhand konkreter Fallstudien wird das in diesem Buch dargestellt.

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan war seinerzeit stark diskutiert und wurde wohl nur akzeptiert, weil es kein Kampfeinsatz sein sollte. Auch der im vergangenen Jahr vom Bundestag bewilligte Einsatz der Bundeswehr-Tornados in Afghanistan kam nur zustande, weil diese lediglich zu Aufklärungszwecken eingesetzt werden sollten. Selbst die Verwendung der so gewonnenen Luftbildaufnahmen für Kampfzwecke war umstritten.

Jetzt sollen Kampfeinheiten der Bundeswehr eine norwegische Kampfeinheit ablösen. Dies soll durch das Mandat gedeckt sein, was nicht von allen Parteien so gesehen wird. Betrachtet man die Entwicklung, so gibt es zwei Deutungen:

    Betritt man den Weg eines militärischen Engagements, so kann dieser schnell zur schiefen Ebene und Rutschbahn der guten Vorsätze werden. Ausser, es wird kategorisch nach den zu Beginn festgelegten Prämissen gehandelt.
    Es wurde von Beginn an einkalkuliert, einen Kampfeinsatz anzunehmen und dies im Rahmen einer Politik der kleinen Schritte umzusetzen.

Soweit dazu. Die Bundeswehr will wohl auch endlich mehr, als Brunnen bohren und Brücken bauen. Ich kann dies nicht verstehen. Gleichzeitig wird der Ruf nach besserer Bewaffnung laut.

Aber wofür kämpft die Bundeswehr dort eigentlich? Schützen wir die Demokratie am Hindukusch? Oder den immer mehr zunehmenden Opiumanbau? Verteidigen wir ein Land, in dem ein junger Reporter wegen Blasphemie zum Tode verurteilt wird?
Nach 7 Jahren massiven Einsatzes ist im Grunde kein Ende abzusehen und es ist zu befürchten, dass der Einsatz von 250 Mann Kampfeinheit nur ein Schritt in ein weiter gehendes Engagement ist. Hoffen wir, dass es nicht zu unserem ‘Vietnam’ wird.

Update 03.02.2008:
Prekäre Sicherheitslage in Afghanistan - Beginnt der Krieg gerade erst?
Der afghanische Ablehnungsbetrug