Saure Milch und ebenso saurer Kommentar

Oek_Ernährung | wong it! 01.06.2008

Winand von Petersdorff ist anscheinend der Agrarexperte der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und polemisiert dort gegen die Landwirtschaft jeder Art. Vor 4 Wochen hat der Ökolandbau sein Fett weg gekriegt. Jetzt sind die Milchbauern dran (”Saure Milch”, Nr. 22 vom 01.06.2008, S. 30). Herr von Petersdorff ist auf dem Bauernhof aufgewachsen und lebt anscheinend eine Agrarphobie in Kommentaren aus.

Als es gegen den ökologischen Landbau ging, setzte er auf Kunstdünger, Einsatz von Pestiziden und Insektiziden, Bewässerung und Züchtung starker Getreidesorten sowie auf gentechnische Methoden.
Den Milchbauern empfiehlt er jetzt, wie Unternehmer zu denken. Kein Gemeinplatz ist ihm zu schade.

Kurz: Sie müssen anfangen, wie Unternehmer zu denken, anstatt Wegwerfware zu produzieren.

Wie soll man diesen Satz verstehen? Gerade weil sie wie Unternehmer denken, produzieren sie Wegwerfware. Der Ökolandbau, den er vor vier Wochen verteufelt hat, hat diese Probleme nicht. Unsere Landwirtschaft krankt nicht an mangeldem Unternehmertum (das haben die Bauern durchaus und setzen es nicht schlechter um, als ihre Unternehmerkollegen in der Wirtschaft), sondern an Fehlentwicklungen, die zum großen Teil politisch bedingt sind. Wer die Agrarpolitik der vergangenen Jahrzehnte verfolgt hat, den wundert jetzt nicht die aktuelle Entwicklung.

Vor allem laufen die Kosten dem normalen Bürger davon. Die Inflation war selten so hoch wie jetzt, und die Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse spielen keine geringe Rolle bei dieser Entwicklung. Nicht wenige Milchbauern, die über teures Futter klagen, freuen sich, dass sie hingegen ihr Getreide vergleichsweise teuer absetzen können.

Das tut weh. Wer ist der “normale Bürger”? Der Bauer anscheinend nicht. Herr von Petersdorff anscheinend auch nicht, denn sonst hätte er sicher geschrieben “uns normalen Bürgern”. Aber lassen wir das.
Die Preise landwirtschaftlicher Produkte sind durch Spekulanten hochgetrieben worden. Dies den Bauern anzulasten, ist falsch. Das sie davon profitieren ist normal - Herr von Petersdorff hat ihnen ja empfohlen, wie Unternehmer zu denken (und auch zu handeln, oder?). Im übrigen sind Milchbauern keine Getreideverkäufer. Aber das will Herr von Petersdorf garnicht wissen. Das passt nicht in seine Polemik.

Hessischer Junge Union-Vize auf Ketten nach Frankreich

GvR_Parteien | wong it! 26.05.2008

Weil er in Internetforen kriegsverherrlichende Beiträge geschrieben hat, zog der CDU-Politiker Thomas Müller die Konsequenzen. Er trat vom stellvertretenden Vorsitz der Jungen Union in Hessen zurück.
Ganz im Stil der Großen die Begründung für den Rücktritt:

Er wolle damit weitere Belastungen von sich und von der CDU-Nachwuchsorganisation fernhalten, teilte Müller am Sonntagabend in Wiesbaden mit.

Ansonsten steht er anscheinend zu seinen Aktivitäten.

Thomas Müller bekleidet noch dazu ein politisches Amt mit hoher Vorbildfunktion: Er ist stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Hessen. “Jeder, der politische Verantwortung trägt, muss sehr sensibel mit den neuen Medien umgehen”, sagt Dr. Peter Tauber, Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen. Der Landesvorstand verurteile daher auch das Verhalten von Thomas Müller.

Auch von seinem Posten als Kreisgeschäftsführer der CDU Schwalm-Eder wurde er suspendiert.

Wie es mit Thomas Müller weitergeht, wolle der Kreisvorstand in den kommenden Tagen bekannt geben. “Das Verhalten von Müller hat jedenfalls nichts mit politischem Verantwortungsbewusstsein zu tun. Das ist einfach nur schwachsinnig”, sagt Siebert.

Schwachsinnig ist das mindestens. Beängstigend ist es zusätzlich, wenn es ein Funktionsträger einer Regierungspartei ist, der sich in dieser Weise äussert und beteiligt. Hinterher kann es immer als ‘nicht ernsthaft gemeint’ hingestellt werden.

Quellen und weitere Informationen:
Zeit-online
Siebert suspendiert Müller

Monster oder ahnungslose Jungs?

Allgemein | wong it! 16.05.2008

Bankvorstände haben es zur Zeit nicht leicht. Die Finanzkrise beutelt ihre Institute so richtig, einige haben schon ihre Koffer packen müssen (da wurden dann noch reichlich Scheinchen dazu getan) und manch einer zittert noch.

Unser Bundespräsident, Horst Köhler, ebenfalls früher mal in dem Gewerbe tätig, bezeichnet das Finanzsystem als Monster und bescheinigt den Bankern mangelnde Übersicht.

Bafin-Chef Jochen Sanio sieht aber die Ratingagenturen als schuldig an und nimmt die Banker in ‘Schutz’:

“Wir haben den Urteilen der Ratingagenturen genauso geglaubt wie viele Investoren”, sagte er und nahm dabei auch die wegen der Krise entlassenen Bankenvorstände in Schutz. “Ich würde sie nicht als böse Jungs bezeichnen, sondern vielmehr als ahnungslose Jungs.”

Ein Kompliment ist das auch nicht gerade! Wer ist uns als Verwahrer und Mehrer unseres Geldes lieber - das Monster oder der ahnungslose Junge?

Ökolandbau als Schuldiger für Lebensmittelkrise identifiziert

Oek_Ernährung, Oek_Klima | wong it! 11.05.2008

Ab und an lese ich an Wochenenden mal die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. So auch am 27.04.08. Urlaub lag vor mir und somit auch Zeit, die umfangreiche Zeitung genauer zu lesen.
Auf der Seite ‘Meinung’ blieb mein Blick an der Meinungsäusserung von Winand von Petersdorff mit dem Titel ‘Albtraum Ökolandbau’ hängen. Und da finden sich einige bemerkenswerte Sätze zur Lösung der Lebensmittelkrise (um die es inzwischen in den Medien schon wieder merklich ruhiger geworden ist - oder täusche ich mich?).

Bei der Lösung wird man auf die langweiligen klassischen Disziplinen der Landwirtschaft zurückgreifen müssen: Ertragssteigerung durch Kunstdünger, Einsatz von Pestiziden und Insektiziden, Bewässerung und Züchtung starker Getreidesorten. Beschleunigt werden muss der Prozess durch gentechnische Methoden.

Da scheint Einiges spurlos an Herrn von Petersdorff vorüber gegangen zu sein. Aber es kommt noch besser.

Das Lieblingsagrarmodell des deutschen Großbürgertums, den Ökolandbau, praktizieren die Kleinbauern in den Subsahara-Ländern übrigens schon lange und verhungern damit. Sie praktizieren ihn nicht freiwillig, sondern zwangsläufig. Denn es fehlt an Saatgut, Kunstdünger und Wissen, um es besser zu machen.

Herr von Petersdorff ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er sollte eigentlich wissen, wie Kunstdünger, Pestizide und Insektizide zu bewerten sind. Aber möglicherweise kauft er die Lebensmittel für seine Familie ja im Bioladen?
Den Ökolandbau als ‘Lieblingsagrarmodell des deutschen Großbürgertums’ zu bezeichnen, ist mindestens realitätsfremd. Der Verweis auf die Kleinbauern in der Subsahara ist zynisch und die damit beabsichtigte Diskreditierung des Ökolandbaus, schlägt auf den Verwender dieses Verweises zurück.

IWF fürchtet 600 Milliarden EUR Verlust - wer hat 600 Milliarden Gewinn gemacht?

GvR_Finanzen, Oek_Politik | wong it! 08.04.2008

Im Zuge der Finanzkrise befürchtet der IWF 600 Milliarden Euro Verlust. Das diese, wie bei der IKB, zum Teil aus dem Steueraufkommen zu begleichen sind, ist wohlbekannt. Frau Matthäus-Maier wurde jetzt dafür geopfert.
Bei den Banken wurden schon Vorstände entlassen, aber diese müssen sich um ihre finanzielle Zukunft sicher keine Sorgen machen. Weitere werden folgen.

Nicht übersehen werde sollte aber, das den 600 Milliarden Euro Verlust auch an anderer Stelle 600 Milliarden Euro Gewinn gegenüber stehen. Das Geld wurde ja nicht verbrannt. Es liegt jetzt auf Konten, ist sicher steuerfrei und macht den Abkassierern viel Freude.

So ist das halt - hätten sich die Häuslekäufer, Konsumenten und Banker nicht so dumm angestellt, wäre das nicht passiert! So ist das System gestrickt - es wird der mündige Bürger propagiert, der dann mit blumigen Aussagen zu irrwitzigen Finanztransaktionen verleitet wird. Wachstum ist das Zauberwort. Die Banker haben irgendwann auch jede Übersicht verloren und dann kracht es!
Der Ruf nach dem Staat erschallt und um noch grösseren Schaden zu vermeiden, werden aus Steuermitteln Rettunksaktionen gestartet. Funktioniert immer wieder prima.

Aberwitzig wird es, wenn die Banken die Bilanzierungsvorschriften für das Fiasko verantwortlich machen wollen und die Bundesregierung zu Reformen aufgefordert wird, damit die Finanzkrise nicht in die Realwirtschaft überspringt.
Beim nächsten Mal wird es nicht besser enden.

Quellen und weitere Informationen:
Auch Privatbanken werden Marktpreise unheimlich
Matthäus-Maier stolpert über IKB-Krise
Finanzkrise : IWF fürchtet 600 Milliarden Euro Verlust

Banker stellt eigener Branche Armutszeugnis aus

Allgemein | wong it! 07.04.2008

Der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter räumt Fehler der Banken ein und attestiert komplettes Versagen.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat ein “Versagen auf der ganzen Linie” der Banken beim Umgang mit der weltweiten Finanzkrise eingeräumt. “Wir waren alle offenkundig nicht in der Lage, die Risiken, die mit diesen Geschäften verbunden waren, richtig einzuschätzen und sind nun in diese Krise geschlittert”, sagte Walter der “Deutschen Welle”. Auch Risikomanager sowie Aufsichtsbehörden, “die prinzipiell das Recht, ja die Pflicht hatten, in die Bücher zu schauen, beispielsweise bei der Bankenaufsicht”, seien offenkundig überfordert gewesen.

Was lauert noch in den Büchern der Banken, von dem die Banken selbst nicht genau wissen, wie es sich auswirkt? Ich erinnere mich an viele warnende Stimmen, die schon vor Jahren vor dem Immobiliencrash warnten. Aber die Geldgier besiegt den Verstand!

Finanzkrise - Nimmt Bush bei seinem Abgang die Weltwirtschaft mit?

GvR_Finanzen | wong it! 16.03.2008

Während seiner Amtszeit hat Bush ja alles dafür getan, um die USA in immer grössere Schuldenlasten zu stürzen. Die Entstehung der Hypothekenkrise hat die Regierung sehenden Auges akzeptiert. Jetzt ist der Dollar auf Talfahrt, die Staatsfinanzen ebenso und die Finanzinstitute stehen am Abgrund bzw. kippen schon.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert die Regierungen seiner Mitgliedsstaaten in einem dramatischen Appell auf, notfalls mit massiven Ausgabenprogrammen einen Absturz der Weltwirtschaft zu verhindern. Für die Investmentbank Bear Stearns wird verzweifelt ein Retter gesucht. Das chinesische Brokerhaus Citic Securities hat einen Einstieg bei Bear Stearns wieder in Frage gestellt.

Weiterhin fliessen Milliarden in einen auf Lügen basierenden Krieg, dessen Ende nicht abzusehen ist. Die Milliarden gehen - wohin sonst - an die Rüstungsindustrie. Die Soldatenselbstmorde in den Reihen der Irakheimkehrer häufen sich.

Die Zahlen sprechen für sich. In den USA wird die Vorwahlshow weiter durchgezogen, während das Land den Bach runter geht. Es ist Zeit für einen Schnitt.

Update 19.03.2008:
“Der Krieg war längst beschlossene Sache”
Der ehemalige deutsche UN-Botschafter Gunter Pleuger über seine damaligen Zweifel an den Kriegsgründen der USA, seine Gefühle während der entscheidenden Sitzung in New York und den Umgang mit Lügen in der internationalen Diplomatie.

Milliardär Würth sieht sich am Hungertuch nagen!

Oek_Ethik, Oek_Politik | wong it! 10.03.2008

In der Forbes-Liste der reichsten Personen der Welt rangiert Reinhold Würth nur auf Rang 120. Mit 7,7 Milliarden US-Dollar kommt man leider nicht weiter (und bei dem z.Zt. schwachen Dollar ist es als Dollar-Milliardär sowieso ein hartes Leben!).

Aber das ist noch garnichts gegen die Sorgen, die Reinhold Würth wirklich umtreiben.

“Wir werden spätestens 2013 eine rot-rot-grüne Koalition haben. Dann kommt das ganze Folterwerkzeug wieder heraus”, sagte er. “Die Erbschaftsteuer wird erhöht, die Vermögensteuer und neue Reichensteuern eingeführt. Wir befinden uns auf einem geradlinigen Weg in eine DDR-ähnliche Zeit, in eine Edel-DDR.” Und weiter: “Ich mache mir Sorgen, ob meine Arbeit, die ich in über 58 Jahren gemacht habe, umsonst war. Ob das ganze nicht konfiskatorisch besteuert wird - also quasi enteignet - und ich quasi sechs Jahrzehnte in den Sand gesetzt habe.”

Mir blutet das Herz. Jetzt kann ich verstehen, warum Liechtenstein so ein begehrtes Urlaubsziel ist.
Die Rechnung, die Reinhold Würth aufmacht, lässt mich erschaudern! Wenn das zutrifft, muss ich sehen, wie ich meine nicht vorhandenen Milliarden retten kann.

“Die Gewinne, die ich in diesen jetzt 58 Jahren gemacht habe, sind schon mal im Durchschnitt zu 50 Prozent versteuert worden. Wenn die Erbschaftssteuer kommt, dann sind noch mal mindestens 15 Prozent weg. (…) Dann blieben also gerade mal 35 Prozent übrig.”
Von den 35 Prozent, die den Vermögenden blieben, würde dann nochmals die Hälfte weggenommen. “Dann bleiben noch 17 Prozent für unsere Unternehmen. Diese Rechnung beträfe den ganzen Mittelstand: Alle, die etwas erwirtschaftet haben, würden gnadenlos ausgenommen. Das geht nahe an den Kommunismus heran.”

Zum Glück ist es aber nicht so schlimm - aber bei 7,7 Milliarden US-Dollar verliert man schon mal den Überblick.

All dessen vollkommen ungeachtet reicht es allerdings vollkommen aus, wenn man Würths Rechnung mit seinen ganz persönlichen Zahlen Leben einhaucht. Seine Erben erhielten demnach von seinen rund 5 Milliarden Euro “nur” noch 3,5 Milliarden Euro übrig. Käme es dann zur der von ihm befürchteten “Enteignung” wären es “gerade einmal noch” 1,7 Milliarden Euro. Bei einer – sehr zurückhaltend – angenommenen Verzinsung von 4 Prozent pro Jahr ergäben sich hieraus Zinseinkünfte von knapp 190.000 Euro - pro Tag, jeden Tag.

Was treibt Reinhold Würth um, dass er solche Tiraden los lässt (erinnert mich an Onkel Dagobert)? In welcher Welt lebt er? Wir hatten bereits eine rot-grüne Regierung und sein Vermögen ist während der Zeit anscheinend nicht merklich weniger geworden. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn es zu einer rot-rot-grünen Regierung kommt. Während der rot-grünen Regierung wurde die Steuerbelastung gesenkt.

Quellen und weitere Informationen
Schraubenkönig Würth warnt vor “Edel-DDR”
Wenn zuviel einfach nicht genug ist

Quo vadis, SPD?

GvR_Parteien | wong it! 10.03.2008

Für eine Antwort auf diese Frage wäre die SPD wohl zur Zeit selbst am dankbarsten. Dort ist anscheinend niemand, der sich eine Antwort zutraut. Parteichef Beck ist zwar wieder gesund, aber ich bezweifle, ob er die SPD aus dem selbstverschuldeten Chaos wieder auf einen gemeinsamen Weg zusammen führt.

Da schafft die SPD in Hessen bei der Landtagswahl 2008 36,7 Prozent und verpasst Roland Koch eine historische Niederlage. Anschliessend ist wochenlang Ruhe, die dann kurz vor der Wahl in Hamburg ohne Not in Hektik mündet. Parteichef Beck und die hessiche SPD-Chefin Ypsilanti gehen auf die vorher verschmähte ‘Die Linke’ zu und entfachen ein Schadfeuer, welches erst in Hamburg dem SPD-Kandidaten Naumann schadet und schliesslich in einem Debakel in Hessen endet. Frau Ypsilanti hatte es versäumt, ihren Entschluss, sich von der ‘Die Linke’ tolerieren zu lassen, mit allen SPD-Landtagsabgeordneten abzusprechen. Dagmar Metzger folgt ihrem Gewissen, will Frau Ypsilanti nicht unterstützen und bekommt prompt von ihrem Parteigenossen Scheer den Parteiaustritt angetragen. Soviel zu ‘Nur dem Gewissen verpflichtet’.
Frau Ypsilanti will sich nun nicht am 05.04.2008 zur Wahl im Landtag stellen, da sie das Schicksal von Heide Simonis vor Augen hat. 6 Wochen nach der Landtagswahl ist alles unklar. Die SPD hat es geschafft, ihren Wählern innerhalb kürzester Zeit vor Augen zu führen, das 36,7 Prozent wohl zuviel waren. Ein trauriges Ergebnis!

Ich bin gespannt, ob und welche Lehren aus diesem Debakel auf Seiten der SPD gezogen werden. Aber auch für die anderen Parteien war dies ein lehrreicher Prozess. Derartige Ergebniskonstellationen werden künftig häufiger möglich sein und die Parteien sollten dies in ihre Überlegungen vor den Wahlen einbeziehen.

Deutsche Tapferkeitsmedaille - Die Nationen werden nie erwachsen

GvR_Militär | wong it! 06.03.2008

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Wenn jemand etwas Besonderes geleistet hat, dann soll dies auch gewürdigt werden. Gleichgültig, ob im zivilen oder miltärischen Bereich. Möglichkeiten einer Würdigung gibt es ausreichend.
Aber nein, unserem Verteidigungsminister fällt nichts Besseres ein, als einen Tapferkeitsorden ins Leben zu rufen und der Bundespräsident macht mit.
Seit dem 2. Weltkrieg hatten wir so etwas nicht mehr - und wir brauchten es auch nicht. Anscheinend findet aber mit dem militärischen Engagement auf dem Balkan und in Afghanistan auch eine ‘Trendwende’ hier in Deutschland statt. Der CDU- Bundestagsabgeordnete und Präsident des Reservistenverbandes, Ernst- Reinhard Beck, hat sogar für den Orden die Form des Eisernen Kreuzes vorgeschlagen. Wir militarisieren uns jetzt auch wieder in der Gesellschaft? Wird der Musikantenstadl bald ersetzt durch den Marschmusikstadl?

Warum müssen sich erwachsene Männer noch heute bunte Blechteile an die Brust heften - reicht es nicht, wenn das im Karneval geschieht?
Jetzt warte ich darauf, dass Frau von der Leyen für Mütter einen Orden analog dem Mutterkreuz anregt.