
Kinder sind glückliche Wesen. Auch wenn sie ab und an weinen, sich untereinander nicht gerade immer freundlich behandeln, aus Sicht der Erwachsenen schon mal ‘Plagegeister’ sein können. Die Zeit der Kindheit, so habe ich es empfunden und erinnere mich auch so, ist eine unbeschwerte Zeit. Sie prägt für das ganze Leben. Und deshalb sollen wir alles dafür tun, dass die Kinder auch heute diese unbeschwerte Kindheit bekommen. Wie eine Studie zeigt, ist dies wohl auch heute noch überwiegend so.
Mehr als 80 Prozent der 1200 Befragten im Alter zwischen sechs und 13 Jahren hatten angegeben, “total glücklich” oder “glücklich” zu sein.
Dies ändert sich dann im Laufe der Zeit und die Bewertung verschiebt sich:
Mit zunehmendem Alter allerdings lasse diese Orientierung an der Familie nach. Auch das generelle Glücksempfinden sei bei älteren Kindern weniger stark. Während 57 Prozent der befragten Sechsjährigen angaben, “total glücklich” zu sein, sank dieser Anteil bei den 13-Jährigen auf 25 Prozent.
Die Orientierung an der Familie lässt nach. Armut wird als bedrückend empfunden, hohe Belastung in der Schule verändert das Lebensgefühl. Es setzt eine Überforderung ein, die das seelische und körperliche Befinden stark beeinträchtigen. Wenn dann in den Familien das Familienleben quasi nicht mehr existiert, kann auch einem an sich glücklichen Kind das Glücksgefühl ausgetrieben werden.
Das seelische und körperliche Elend kulminiert dann in Zuständen, in denen Kinder in verwahrlosten Wohnungen zurückgelassen werden oder wo die Eltern sie misshandeln, verhungern und verdursten lassen! Bei jedem neuen Fall geht es dann von Neuem los: Was ist da falsch gelaufen? Wer hat da was versäumt?
[Excurs: Unverständlich ist für mich die inzwischen übliche Befragung der Nachbarschaft, die immer entweder sprachlos und erschüttert ist, nicht verstehen kann, was sich da ereignet hat. Glaubt einer der Reporter, dass auch nur ein Nachbar sagen würde: 'Ja, ich habe das bemerkt, aber mir war egal, was da passiert.'? Der Informationswert dieser Befragung tendiert gegen Null.]
Der Ruf geht dann in Richtung Jugendämter, staatliche Kontrolle der Familien. Dies hat in gewisser Hinsicht seine Berechtigung als kurzfristiger Lösungsansatz, dokumentiert aber letztlich, dass an eine grundlegende Änderung der Situation dieser Familien nicht ernsthaft gedacht wird. Sie hat man anscheinend aufgegeben. Wenn die Jugendämter nur noch dazu da sind, Kinder aus diesen Zuständen zu befreien, dann ist dies einer Kapitulation gleichzusetzen!
Es wird davon geredet, dass Kinder unsere Zukunft sind, aber die staatlichen Einrichtungen, die sich um die Kinder und Familien kümmern sollen, werden aus Kostengründen personell immer schlechter ausgestattet. In den Schulen herrscht Lehrermangel. Hier muss man ansetzen und nicht erst dann tätig werden, wenn Kinder in Lebensgefahr sind.
Die Jugendämter seien nach wie vor überfordert, und angesichts der wachsenden Erziehungsunfähigkeit von Familien werden die Probleme größer”, ergänzt Hans Meyer, stellvertretender Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter.
Die ‘wachsende Erziehunsunfähigkeit von Familien’ - wenn dem so ist, dann ist dies doch der Ansatzpunkt für eine Verbesserung der Situation. Wie kommt es zu dieser ‘Erziehungsunfähigkeit’? Was ist dagegen zu tun?
Der Mensch ist ein ‘Herdentier’, ein soziales Wesen. Und er kann diesem sozialen Wesen nur in Gemeinschaft gerecht werden. Wir sind nun mal keine ‘Nestflüchter’. Ein Kind braucht Jahre nach der Geburt die Eltern; ohne sie ist es nicht überlebensfähig. Was dies bedeutet, das müssen die Eltern wissen. Da hilft auch keine ‘Supernanny’.
Wenn diesen Eltern das nicht vermittelt wird, dann wird es auch weiterhin zu den Verwahrlosungen, Misshandlungen, Tötung kommen.
Wie ist diesen Eltern ihre Verantwortung vermittelbar? Elternratgeber gibt es en mass, auch Zeitschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die helfen aber nicht wirklich, da sie wohl nicht den Weg in diese Familien finden (ob sie helfen würden, sei mal dahingestellt).
Vor nicht allzulanger Zeit hat der Familienverbund für Kinder mitgesorgt. In anderen Gesellschaften ist dies noch heute so und anscheinend hat sogar die Natur dafür gesorgt, das dies funktioniert.
Auch hier in Deutschland ist dies ja noch gegeben, aber eben im abnehmenden Maße. Die sogenannte ’soziale Kontrolle’, viel kritisiert, hatte auch ihr Gutes.
Weitere Quellen und Informationen:
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“Gegen Meldepflicht”